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B431 in Wedel : Die SPD will Tempolimit für Mühlenstraße auch am Tag durchsetzen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Neuer Vorstoß für eine Beruhigung. Die Stadt ist skeptisch in Sachen Genehmigung durch das Land.

Wedel | Eine ältere Dame macht einer radelnden Mutter mit Kinderanhänger auf dem Gehweg Platz, tritt mit einem Fuß auf die Fahrbahn: Reifen quietschen, ein BMW kommt knapp vor der Frau zum Stehen. Ein Radfahrer mit Kindersitz kommt einer Frau mit Zwillingskinderwagen auf dem Bürgersteig entgegen. Kein Durchkommen für beide, es kommt zum aggressiven Wortgefecht. Szenen, die Peter Pflüger an der Mühlenstraße beobachtet hat. Sie belegen für den Wedeler, der in der Altstadt unweit jener Stelle der B431 wohnt: Auch wenn es eigentlich nicht funktioniert, nutzen Radler den teils extrem schmalen Gehweg. Weil es ihnen auf der Straße zu gefährlich ist.

Der Altstadt-Abschnitt der Wedeler Verkehrshauptschlagader – er ist „kritisch“, sagt Pflüger. Auch wegen der Enge. Gelenkbusse würden in Kurvenbereichen auf die Gegenfahrbahn schwenken. Vor allem bergab aus Richtung Roland würde immer wieder schnell gefahren werden, wenn der Verkehr einmal nicht so dicht ist. Deutlich zu schnell für die Verhältnisse, sagt Pflüger. Ein Umstand, auf den er jüngst im Bauausschuss hinwies.

Applaus kam unter anderem vom Seniorenbeirat. Die Mühlenstraße sei immer wieder Thema, so Vorsitzende Sigrun Klug. Sie nennt die Zustände „teils kriminell“. Etwa am Übergang vom Balack-Weg in die Schulstraße. Zebrastreifen oder Fußgängerampel? Fehlanzeige. Die gibt es erst zig Meter weiter beim ZOB. Zu weit für viele Kinder, die die Strecke als Schulweg nutzen – und einfach über die Straße gehen, so Klug. Ähnlich Senioren, die keine langen Wege auf sich nehmen könnten.

Ein Umstand, den auch Wedels SPD kennt – und als Grund für eine Forderung nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer anführt, die nicht nur nachts, sondern auch tagsüber gelten soll. Auch weil die Breite der Gehwege selbst an vielen Stellen nicht ausreiche, um sie bei intensivem Lkw-Verkehr gefahrlos nutzen zu können. Mit einem Antrag auf das Tempolimit wollen die Sozialdemokraten nun bei den übrigen Fraktionen um Unterstützung werben.

Ermuntert durch Besuch des Verkehrsministers

In den eigenen Reihen in Kiel haben sie die bereits. Landes-Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hatte die Genossen eigens bei seinem Besuch Ende Januar in Wedel ermuntert, den Vorstoß zu wagen. Meyer war es auch, der nach jahrelangem Abblitzen Wedels in Kiel den Weg für die nächtliche Tempobremse ebnete, die seit 2014 gilt.

Ob der Gang für 30 Stundenkilometer am Tag nun auch so vergleichsweise einfach wird? Ralf Waßmann, Fachbereichsleiter Bürgerservice bei der Stadt und zuständig für die Verkehrsaufsicht, hat da seine Zweifel. Er wertet Meyers Ermutigung eher als politisches Statement. Die Landesbehörde selbst sehe das Thema durchaus kritisch und beharre auf Tempo 50 für die Bundesstraße.

Zudem sei es angesichts der Verkehrsdichte und der Verhältnisse kaum möglich, schneller als 30 zu fahren, so die Einschätzung der Verwaltung, die Bürgermeister Niels Schmidt bereits mehrfach kommunizierte. Geschwindigkeitsmessungen nach der Installation der Tempo-30-Schilder für den Nachtverkehr würden dies bestätigen, so Waßmann.

Gleichwohl halte er subjektive Bedenken von Bürgern angesichts der beengten Situation durchaus für berechtigt. Wenn sich eine politische Mehrheit finde, werde die Verwaltung nicht dagegenhalten, sondern den Prüfweg gehen und sich auch gern erneut mit Kiel in dieser Frage auseinandersetzen.

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erstellt am 12.Feb.2015 | 12:00 Uhr

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