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Wedel-Schulauer Tageblatt

16. Dezember 2017 | 12:53 Uhr

Wedel : Die SPD will die Kita-Sparpläne kippen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Sozialdemokraten möchten die neunte Betreuungsstunde wieder ohne zusätzliche Kosten anbieten. Keine Entscheidung im Ausschuss.

shz.de von
erstellt am 27.Mär.2015 | 10:00 Uhr

Wedel | Grundsätzlich müssen Entscheidungen in einer Demokratie auch wieder rückgängig gemacht werden können. Wie sinnvoll das im Einzelfall ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Wie am Mittwoch im Bildungsausschuss, als die Wedeler SPD einen kaum vier Monate alten Beschluss schon wieder kippen wollte. Das Anliegen der Genossen: Der Kita-Tag soll wieder regulär neun Stunden umfassen. Erst im Dezember war – gegen die Stimmen der SPD – beschlossen worden, dass die neunte Betreuungsstunde ab dem neuen Kita-Jahr im Herbst gesondert abgerechnet werden muss. Nach hitziger Diskussion vertagte der Ausschuss die Entscheidung auf die nächste Sitzung.

Die SPD begründete die erneute Abstimmung über die neunte Kita-Stunde damit, dass erst jetzt klar sei, welche Konsequenzen die Entscheidung habe. Genossin Heidi Keck betonte: „Wenn neue Erkenntnisse auf dem Tisch liegen, muss man neu diskutieren.“ Die SPD habe das Gespräch mit Kitas und Eltern gesucht. Dabei habe sich herausgestellt, dass manche Eltern bereits erwägen, das Angebot einer neunten Betreuungsstunde nicht wahrzunehmen. „Die Kosten sprengen den Rahmen. Es herrscht teilweise Panik bei den betroffenen Eltern“, heißt es im Antrag der Sozialdemokraten.

Für ein Elementarkind würden künftig mehr als 400 Euro, für ein Krippenkind sogar mehr als 600 Euro im Jahr zusätzlich anfallen, wenn die neunte Stunde dazugebucht wird. Diese Extrastunde sei darüber hinaus ab jetzt kein Teil des pädagogischen Konzepts mehr. „Die Erzieher haben dann eine reine Aufpassfunktion“, kritisierte Keck. Nehmen weniger Eltern das Angebot der Zusatzstunde in Anspruch, könnten die Kitas zum Stellenabbau gezwungen werden, so die Befürchtung der SPD. Unterstützung erhielten die Genossen von Grünen und Linken. An CDU, WSI und FDP, die damals für die Sparmaßnahme gestimmt hatten, appellierte Detlef Murphy (Linke): „Es bedeutet keinen Gesichtsverlust, wenn sie ihre Meinung jetzt ändern.“

Heidi Gahling (CDU) hielt dagegen: „Was wir im Dezember diskutiert haben, hat immer noch seine Gültigkeit – die Entscheidung war damals wohlüberlegt.“ Die Argumente der SPD würden auf bloßen Annahmen beruhen. Renate Koschorrek (FDP) mahnte, dass die Entscheidungen der Politik eine gewisse Verlässlichkeit haben müssten. Ihre klare Ansage: „Wir können diesen Beschluss nur zurücknehmen, wenn die SPD einen Vorschlag zur Gegenfinanzierung macht. Wer Geld ausgeben will, muss sagen, wie er es wieder reinholt.“ Maike Palm (WSI) betonte, dass ihrer Meinung nach die Spätdienste pädagogisch nicht zu verteufeln seien: „Kinder lernen so, sich auch mit sich selbst zu beschäftigen.“

Anwesende Eltern unterbrachen die Debatte mehrfach mit wütenden Zwischenrufen. Bereits in der Einwohnerfragestunde hatten sie auf die hohe finanzielle Belastung durch Kinderbetreuung aufmerksam gemacht. Am Ende vertagte der Ausschuss die Entscheidung auf die nächste Sitzung. Bis dahin könne die SPD über eine mögliche Gegenfinanzierung nachdenken.

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