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Bürgermeisterwahl in Wedel : Die SPD will den Wechsel mit Eckhard Frahm

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ein Verwaltungsexperte ist der Hoffnungsträger. Die SPD will einen 52-jährigen Bordesholmer als Bürgermeisterkandidaten nominieren.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2015 | 10:00 Uhr

Wedel | Die SPD Wedel will erstmals nach zehn Jahren wieder mit eigenem Kandidaten in den Bürgermeisterwahlkampf ziehen. Jetzt stellten Partei- und Fraktionsvorstand den 52-jährigen Bordesholmer Eckhard Frahm als den Mann vor, mit dem die Sozialdemokraten am 28. Februar 2016 für einen Wechsel an der Verwaltungsspitze sorgen wollen. Frahm arbeitet seit 36 Jahren in Verwaltungen verschiedener Kommunen, 18 Jahre davon in Führungspositionen. Er ist zudem kommunalpolitisch  als SPD-Fraktionsvize in seiner Heimatkommune in verschiedenen Ausschüssen tätig. Eine fünfköpfige Kommission wählte den Verwaltungsfachmann aus gut einem Dutzend Bewerbern aus.

Am Dienstag stellt sich Frahm in einer öffentlichen Mitgliederversammlung dem Votum der SPD-Parteibasis in Wedel. Parteichef Lothar Barop beschreibt Frahm als „offen, bürgernah und kompetent“ und sieht in ihm einen „hervorragenden Kandidaten“. Auch die Fraktion sei richtiggehend begeistert, sagt Vorsitzende Sophia Jacobs-Emeis. Frahm selbst sieht seine Erfahrung sowohl in Verwaltung als auch Fraktionsarbeit als Vorteil: Er kenne beide Seiten des Tisches und wisse um die Wichtigkeit transparenter, vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Politik. Zudem stehe er mit dem unbefangenen Blick des Nicht-Wedelers von außen „für einen Neuanfang“. Amtsinhaber Niels Schmidt (parteilos) hatte bereits vor Wochen erklärt, er werde erneut kandidieren.

Wer ist Frahm?

Seit Sommer haben sie mit Hilfe von SPD-Wahlkampf-Manager und Bürgermeister-Macher Thies Thiessen gesucht. Vor zwei Wochen dann der Griff zum Telefonhörer, um Eckhard Frahm zu informieren: Er ist der Mann, mit dem Wedels Sozialdemokraten in den Bürgermeisterwahlkampf ziehen und den Wechsel an der Rathausspitze herbeiführen wollen.

Wer ist Frahm? Der 52-jährige Bordesholmer begann seine Verwaltungs-Karriere vor 36 Jahren in Neustadt, Holstein. 18 Jahre davon war er in Führungspositionen tätig, zehn Jahre als Kämmerer der Kreisstadt Plön. Seit 2010 ist Frahm Leiter des Fachbereichs Bauen, Liegenschaften und Schulverband in der Plöner Verwaltung. 2007 trat er in die SPD ein, ist seit 2008 als direkt gewählter Gemeindevertreter unter anderem Fraktions-Vizevorsitzender und stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses seiner Heimatkommune Bordesholm. Frahm ist verheiratet und hat eine 19-jährige Tochter.

Warum die Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Wedel? Weil er seinen Verwaltungsberuf immer noch als Berufung empfinde und nach Leitungserfahrung nun auch einmal Verantwortung für eine gesamte Verwaltung, eine ganze Kommune übernehmen wolle. Eine Kandidatur in Plön käme nicht infrage. Aus dem Mitarbeiter-Kreis an die Spitze – „das ist nie gut“, sagt Frahm. Zu viele Verbindungen, Verquickungen, Duzfreundschaften wären dort hinderlich, so seine Einschätzung. 2014 hat Frahm bereits einen Anlauf als Bürgermeisterkandidat in Trittau gestartet. Unter sechs Bewerbern kam er in die Stichwahl, holte 43 Prozent. „Das gibt mir Kraft für den Wahlkampf in Wedel“, sagt er.

Die Rolandstadt als attraktiver Ort

Die Rolandstadt sei für ihn als ein Ort attraktiv, an dem er mit seiner Familie leben wolle. Schon länger würden sie mit der Metropolregion liebäugeln, so Frahm. Und Wedel sei dort mit der Elblage „eine der schönsten und reizvollsten Städte in Schleswig-Holstein“. Im Falle der Wahl würde er umgehend herziehen.

Partei- und Verwaltungsarbeit: Durch die Erfahrungen auf beiden Seiten wisse er um die Wichtigkeit einer vertrauensvollen und transparenten Zusammenarbeit zwischen kommunalem Ehrenamt und hauptamtlicher Verwaltung, so Frahm. Und das über Parteigrenzen hinweg. Transparenz und Offenheit müsse indes auch Richtung Bürger gelten, um Entscheidungen verständlich zu machen.

Als erste lokale Themen für seine Agenda nennt Frahm eine Stadtentwicklung „aus einem Guss“ mit der Schaffung bezahlbaren Wohnraums als ein Schwerpunktthema. Mit Sorge blickt er auf den Haushalt. Zwei Millionen Kreditvolumenkürzung im Zuge des Genehmigungsverfahrens für 2015 – das sei Geld, das der Selbstverwaltung fehle, um kommunalpolitische Ziel durchzusetzen, sagt Frahm. Es sei ein schlechtes Zeichen, dass der Innenminister Wedels dauerhafte finanzielle Leistungsfähigkeit als nicht gegeben ansehe. „Wedel darf nicht zur Fehlbedarfskommune werden und am Tropf des Landes hängen“, warnt Frahm.

Die öffentliche Nominierung von Eckhard Frahm durch die Wedeler SPD-Mitglieder soll am Dienstag, 29. September, im Restaurant „Kingz – Das Grillhaus“, Rudolf-Breitscheid-Straße 40,  erfolgen. Beginn ist um 19.30 Uhr. Gäste sind ausdrücklich willkommen.
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