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125 Jahre Freiwillige Feuerwehr : Die Retter aus Holm: Eine starke Familie

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Freiwillige Feuerwehr wurde vor 125 Jahren in der Geestgemeinde gegründet. Jubiläumsempfang und Tag der offenen Tür.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2015 | 16:00 Uhr

Holm | Die Freiwillige Feuerwehr Holm wird 125 Jahre alt – und feiert das gleich drei Mal. Die erste interne Sause gab’s zum Gründungstag am 1. April. Für Sonnabend, 11. April, bitten die Retter zum Jubiläums-Empfang in die Feuerwache, Schulstraße 12. Wehrführer Lukas Krack und seine Kameraden erwarten dazu 170 geladene Gäste. Das ganze Dorf ist für Sonnabend, 9. Mai, eingeladen. Dann gibt es unter dem Motto „Kieken und mitmoken“ ab 15 Uhr in der Wache einen „Tag der offenen Tür“, ganz zünftig mit Spanferkel, Cocktailbar sowie Musik und natürlich Open End, verspricht Krack.

Der Start der Holmer Feuerwehr war stark: Das Dorf hatte 1890 612 Einwohner, 34 Männer gehörten dem Team des ersten Wehrführers, Jürgen Schmidt an. Fünf Prozent der Bevölkerung in der aktiven Wehr – davon kann Krack nur Träumen. „Dann müssten es heute 175 Kameraden sein“, sinniert er. Knapp 50 hat er – und ist damit durchaus zufrieden.

In 125 Jahren hat es nur neun Chefs gegeben. Den Rekord hält mit 29 Dienstjahren Ernst Wulff, der von 1966 bis 1995 die Geschicke in seinen Händen hielt. Die Nummer Zwei ist Johann Ladiges, der von 1924 bis 1951 Wehrführer war. Krack leitet die Rettungstruppe, der aktuell sechs Frauen angehören, seit 2007. Nachwuchsprobleme gibt es keine. Dafür sorgen auch die Fire Eagles. Die Jugendwehr kann 2016 ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Seit 2007 gibt es eine Kooperation mit Hetlingen. 29 Jungen und Mädchen sind darin aktiv. Aus ihren Reihen stammt auch die erste Frau der Wehr. Sonja Denker wurde 2001 aus dem Nachwuchsteam übernommen.

Die Holmer Wehr war vielseitig gefordert. Das geht aus dem Protokollbuch von 1890 hervor, das bis 1966 geführt wurde. 1892 gab es ein Großfeuer, vier Gebäude brannten ab, unter anderem die Dorfschule. Der längste Einsatz war 1959 im Buttermoor unter dem damaligen Wehrführer Friedrich Stumpenhagen (1951 bis 1963). Der Moorbrand begann im Sommer, die Nacharbeiten beschäftigten die Helfer bis kurz vor Weihnachten. Das Feuer fraß sich durch den Torf.

Die Flutkatastrophe 1976 wurde
von Holm aus gemanagt

Die Leitstelle wurde im sicheren Holm eingerichtet. Seitdem gibt es eine freundschaftliche Verbindung zum DRK-Altona. Weil Not am Mann war, organisierte Wehrführer Wulff Hilfe mit einem Ruf über den Gartenzaun, schildert Krack. Der Chef des DRK-Katastrophenschutzzugs, Egon Theel, lebte in Holm. Bis 2014 hielt das aktive Freundschaftsband – der DRK-Küchenzug lieferte das Abendessen bei den Hauptversammlungen.

Drei Tote waren am 2. September 1978 zu beklagen: Zwei Motorflugzeuge stießen in der Luft im Bereich des jetzigen Golfclubs Hamburg-Holm zusammen .

Die Holmer Helfer hatten trotz der vielen Einsätze Glück. Nur ein Kamerad wurde schwer verletzt. Als Anfang der 1990er Jahre auf dem Kröner Hof die Heu- und Strohvorräte brannten, zog sich Martin Krause einen Kniebruch zu. Der Unfall blieb ohne Folgen: Heute ist Krause Vize-Wehrführer.

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