Wedel : Die Ratsfraktion der Grünen wächst

Neue politische Heimat für Ex-SPDlerin Gudrun Jungblut.

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20. Mai 2015, 12:00 Uhr

Wedel | Eineige Monate war Ruhe, jetzt gibt es erneut Stuhlerücken im Rat. Die Grünen haben Zuwachs bekommen. In der morgigen Sitzung wird unter dem Namensschild von Gudrun Jungblut nicht mehr „parteilos“, sondern „Bündnis 90/Die Grünen“ stehen. Auf Tageblatt-Anfrage bestätigte gestern Grünen-Fraktionschef Olaf Wuttke, dass die Ex-SPD-Ratsfrau in seiner Partei eine neue politische Heimat gefunden hat.

„Ein Gewinn für die Fraktion, ich freue mich“, so Wuttkes Reaktion auf den Lagerwechsel von Jungblut. Das gilt nicht nur zahlenmäßig: Die Grünen sind ab sofort mit sechs Mandatsträgern im Rat vertreten und damit zusammen mit der WSI zweitstärkste Kraft hinter der CDU mit elf Sitzen. Das neue Erstarken ist indes rein ideell. Bei insgesamt 31 Sitzen ändert sich durch den Zugewinn für die Grünen nichts wenn es darum geht, Mehrheiten zu bekommen.

Wuttke begrüßt Jungbluts Schritt jedoch auch mit Blick auf Inhalte und Marschrichtung seiner Fraktion. Sie sei in der SPD eine ausgewiesene Linke gewesen mit der Tendenz, das Soziale stark zu betonen. „Das wirkt sich sicher auch auf unsere Fraktion aus“, so Wuttke, der selbst für eine Linksausrichtung der Grünen-Politik in Wedel steht. Darüber hinaus sei Jungblut durch Beschlagenheit beim Thema Finanzen auch ein argumentativer Gewinn für die Fraktion, so der Vorsitzende.

Sitzverteilung bleibt in Gremien unverändert

Zumindest für die Grünen kommt Jungbluts Lagerwechsel nicht überraschend. Bereits kurz nach ihrem Bruch mit dem Rest der SPD-Fraktion sei sie an die Grünen-Fraktion herangetreten und als Gast aufgenommen worden, allerdings ohne Stimmrecht. Die tatsächliche Aufnahme erfolgte jetzt laut Wuttke denn auch mit deutlichem Votum ohne Gegenstimme.

Bitter für die SPD: Ihr Vier-Sitze-Status ist mit Jungbluts Seitenwechsel besiegelt. Sie bleibt damit lediglich viertstärkste Kraft, obwohl sie 2013 als Wahlsieger mit elf Sitzen startete. Wie berichtet folgte dann nach wenigen Monaten die Abspaltung von sechs langjährigen Genossen, die die Wedeler Soziale Initiative WSI gründeten, darunter Stadtpräsidentin Renate Palm. Kurz darauf kam es auch zum Bruch mit Jungblut.

Für die Fachausschüsse hat der Grünen-Zuwachs keine Auswirkung. Auf Nachfrage ließ die Verwaltung wissen, es bleibe bei der aktuelle Verteilung von fünf Sitzen für die CDU, je zwei Sitzen für Grüne, WSI und SPD sowie je einem Sitz für FDP und Linke.

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