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Tempo 30 : Die Politik in Wedel will die große Lösung

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Geschwindigkeitsbegrenzung in der Altstadt soll nicht auf Mühlenstraße beschränkt werden. Neue Prüfung der Verkehrsbehörde.

Wedel | Tempo 30 in der Altstadt zwischen Bahnhof und Schauenburger Straße: ein Thema, zwei Lager. Auf Antrag von SPD, erweitert durch die CDU, hat die Verwaltung die Einführung der Geschwindigkeitsbegrenzung ganztags auf dem B431-Abschnitt geprüft. Hierzu wurden laut Verwaltung Polizei, Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr, Busbetriebe VHH und SVG, Taxenzentrale und Feuerwehr um Stellungnahmen gebeten. Ergebnis: Alle sprechen sich gegen das Tempolimit aus. Ebenso einmütig ist die Politik – für die Einführung. Fraktionsübergreifend bekräftigte der Planungsausschuss: Er will die 30er-Schilder vom Bahnhof bis zur Schauenburger Straße sehen.

Damit muss jetzt die Untere Verkehrsbehörde, sprich Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos), noch mal ran. „Wenn das die Sicht aller ist, werden ich das in die Überlegungen mit einfließen lassen“, sagte Schmidt. Er wollte eigentlich nur die Mühlenstraße auf Tempo 30 reduzieren und nannte dies einen „vernünftigen Kompromiss“. Und er wies ausdrücklich noch einmal auf die Gegenargumente hin.

Laut Verkehrsbetrieben würde sich Tempo 30 weiter negativ auf die Linie 289 auswirken, die schon jetzt Probleme mit der Erreichbarkeit von Anschlüssen habe. Die Feuerwehr befürchtet negative Auswirkungen auf die vorgeschriebene Ausrückzeit.

Keine besondere Gefahrenlage?

Die Polizei verweise auf die Straßenverkehrsordnung, wonach Verkehrszeichen lediglich dort anzuordnen seien, wo dies aufgrund besonderer Umstände zwingend geboten sei. Bei Beschränkungen des fließenden Verkehrs etwa müsse eine besondere Gefahrenlage bestehen, die das Risiko einer Verkehrsbeeinträchtigung erheblich übersteige. Aus Polizeisicht liege keine entsprechende Unfall- oder Gefährdungslage vor, heißt es in der Verwaltungsmitteilung.

Kay Burmester (CDU) widersprach. Er sehe eine große Gefahr für Radfahrer und Fußgänger auf ganzer Strecke. „Wir sollten das Glück nicht überstrapazieren.“ Zudem gehe er nicht davon aus, dass durch wenige hundert Meter mehr Geschwindigkeitsbegrenzung Busse und Grüne Welle lahmgelegt würden, so Burmester.

Dem pflichtete Grünen-Fraktionschef Olaf Wuttke bei. Die Busse würden 200 Meter nach Ende der Mühlenstraße in die Gärtnerstraße einbiegen. Seine Partei sehe keine Argumente, um den ursprünglichen Beschluss der Reduzierung auf langer Strecke nicht aufrechtzuerhalten. Die Grünen hatten zur Bekräftigung zu Sitzung nochmals einen entsprechenden Antrag gestellt.

Auch die SPD flankierte: Busnutzer würden bestätigen, dass Busse in der Altstadt häufig nicht schneller als 30 fahren könnten: „Wir verändern da also nichts. Es wird schlecht bleiben, aber nicht schlechter werden“, so SPD-RAtsherr Manfred Eichhorn. Er plädierte dafür, mit Ausweitung der 30er-Regelung den Altstadtbewohnern „zumindest minimal“ entgegenzukommen.

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erstellt am 01.Okt.2015 | 12:00 Uhr

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