Gelungener Auftakt : Die Musiktage starten fulminant durch

Poetry-Slam-Künstlerin Mona Harry machte sprachlos.
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Poetry-Slam-Künstlerin Mona Harry machte sprachlos.

Piano Slam und Wedeler Poetry Night kommen gut an. Förderpreise für Daber-Taleh und Duo Arntz/Haupt.

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27. März 2017, 10:00 Uhr

Wedel | Gelungener Auftakt der Wedeler Musiktage: Nachdem sich vormittags im 5. Norddeutschen Piano Slam vier junge Musiker mit ihren Klavier-Darbietungen um den größten Publikumszuspruch „gestritten“ hatten, ging es am Abend im Rist-Forum des Gymnasiums am Redder gemütlich zu.

Über drei Runden traten im Piano Slam zwei Mädchen und zwei Jungen gegeneinander an, drei von ihnen bereits erfolgreiche Regionalsieger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Die Jüngste unter ihnen war die achtjährige Klara Khomsii, der Älteste mit 13 Jahren Human Daber-Taleh, der schon Teilnehmer beim letzten Piano Slam war. Die jungen Musikeleven hatten die Aufgabe bekommen eigene Stücke zum Thema „Nordlichter“ sowie Auszüge aus Klassikern vorzutragen. Der zehnjährige Jan Westphal hatte zur Unterstützung seinen kleinen Bruder Lukas im Schlepptau, der ihm rührend assistierte. Die neunjährige Nicola Anna Zitz berührte die Zuhörer mit zwei fantasievollen Eigenkompositionen und Bachs Preludien.
Unterm Strich waren alle Gewinner, was mit einer Urkunde und einer eigens zu diesem Anlass hergestellten und limitierten Grafik von Ole West mit dem Titel „Nordlicht“ belohnt wurde. Den Förderpreis der Firma Steinway & Sons in Höhe von 300 Euro erhielt Human Daber-Taleh.

Als abendlichen Auftakt hatten sich die Organisatoren der Musiktage um deren künstlerischen Leiter Mathias Christian Kosel etwas Besonderes ausgedacht. In liebevoll arrangierter Kaminzimmer-Atmosphäre fand die erste Poetry Night statt. Hier trafen Künstler unterschiedlicher Couleur aufeinander, die es auf ihre ganz eigenen Arten schafften, das Publikum zu unterhalten und ihm einen Abend zum Träumen, Schmunzeln und Nachdenken zu bieten.

Allen voran Sven Kamin, der für manchen schon als Institution der norddeutschen Poetry-Szene gilt. Mit seinem ureigenen Talent zum Texten und Vortragen produzierte er atemlos vorgetragene und nicht enden wollende Satzaneinanderreihungen, an diesem Abend über das Wohl und Wehe des Schreibens, über Raggamuffin und die Not von Menschen auf der Flucht.

Sieger des Piano Slam: Lukas (v. l.) und Jan Westphal, Human Daber-Taleh, Klara Khomsii und Nicola Anna Zitz.
Foto: Ulrich Böhling
Sieger des Piano Slam: Lukas (v. l.) und Jan Westphal, Human Daber-Taleh, Klara Khomsii und Nicola Anna Zitz.
 

Ein besonderes Highlight bot die Kielerin Mona Harry, die das Publikum unter anderem mit ihrer allmählich weit über die Grenzen Norddeutschlands bekannten Hymne an den Norden begeisterte. Poetry op Platt präsentierte NDR-Legende Gerd Spiekermann, der mit einer Zeitreise in seine Jugend die Zuhörer zu kräftigem Applaus animierte.

Eine besondere Überraschung erlebte das musikalische Duo Wiebke Arntz und Morgane Haupt, die nach ihren hinreißenden Songs zu Gitarre und Geige den mit 300 Euro dotierten Haspa-Förderpreis aus den Händen von Filialleiterin Bärbel Grupp erhielten. Rund herum war es ein Abend zum Wohlfühlen, der von der romantischen Klaviermusik der Konzertpianistin Andrea Benecke und ihren an Debussy und Chopin erinnernden eigenen Stücken stilvoll umrahmt sowie den Bob Dylan Interpretationen von Kosel begleitet wurden.  

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