Moorrege : Die Macher von morgen

Die Schülerfirma der Gemeinschaftsschule Moorrege hat viele kreative Köpfe.
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Die Schülerfirma der Gemeinschaftsschule Moorrege hat viele kreative Köpfe.

Teenager mit Geschäftsideen: Seit 2014 gibt es an der Gemeinschaftsschule Moorrege Schülerfirmen.

shz.de von
09. Mai 2015, 16:00 Uhr

Etwas wagen, auch mal pleite gehen und trotzdem wieder aufstehen – all das können Jungen und Mädchen der Gemeinschaftsschule Moorrege (GemsMo) in der Schülerfirma lernen. Seit August 2014 gibt es unter Leitung von Frauke Tüitjer und Björn Schwientek die Möglichkeit, Wirtschaft von der Pike auf zu lernen. 31 Jungen und Mädchen nehmen an dem Wahlpflichtunterricht Schülerfirma teil.

Alles funktioniert wie im Erwachsenenleben. Als erstes kommt die Idee. Dann muss ein Konzept geschrieben, ein Businessplan aufgestellt und der Unternehmung ein Name gegeben werden. Erst danach fließt Geld. 1000 Euro hat der Förderverein für Kleinkredite zur Verfügung gestellt. Vor dem Verdienst und nach der Arbeit kommen die Rechnungen: Der Kredit muss abgelöst, Steuern gezahlt – in Form von Etataufstockung der Schülerkasse – und an ein soziales Projekt gespendet werden.

Je 70 Euro Taschengeld kamen trotzdem für Anna und Kyra aus Moorrege zusammen. Dafür haben die 13-jährigen Mädchen aus der 7  a lange häkeln und stricken müssen. Ihre Mützen waren der Hit – 50 Stück sind über den Ladentisch gegangen. Eifrigster Abnehmer: Tobias Führmann, Koordinator der Orientierungsstufe und der Berufsorientierung. Gleich vier Mützen hat er geordert – und auch abwechselnd getragen, wie die Mädchen beobachteten. Fünf Stunden Arbeit, zwei bis drei Knäule pro Mütze, die je 3,75 Euro kosten, verkauft wurden die Kopfbedeckungen für zwölf bis 16 Euro. Nun ist die Saison zu Ende – eine neue Idee muss her. Jetzt sollen Gartenarbeit und Haushaltshilfe Geld einbringen. Dafür werden Flyer verteilt. Wer den Mädchen einen Job anbieten möchte: Eine Mail an kac1@gmx.de genügt.

Jonathan (13) aus Appen hat einen Schreibwarenhandel eröffnet. Jede Pause sitzt er in der Cafeteria. Monatelang hat er akribisch Preise eingeholt, Qualität verglichen. Der Schüler aus der R7  b hat auch schon einen Bestseller ausgemacht. „Tintenkiller. Seine Kundschaft stammt fast nur aus den fünften und sechsten Klassen. Exklusiv kann man bei ihm den neuen Schulfüller kaufen. Kosten: 19 Euro, als silberne Luxusversion ist er mit dem neuen Maskottchen, einer Fledermaus, für 25 Euro zu haben.

Handel getrieben wird mit Cake–Pops, also Kuchenlollis, exklusiver Schulkleidung, Sandwiches und alkoholfreien Cocktails. Was fehlt ist ein Firmensitz. „Wir können kein Depot anlegen und haben keinen Verkaufsraum – das ist Schade“, findet Schwientek.

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