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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. Dezember 2017 | 19:28 Uhr

Wedel : Die Kunsthalle ist eröffnet

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Schauraum, Atelier und Grafiksammlung unter einem Dach bei Till Verclas im Langekamp.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Wedel | Von außen wirkt die neue Halle im Langenkamp unscheinbar. Was verbirgt sich in dem in dunklem Grün gehaltene Gebäude? Eine Industriehalle wie so viele? Mitnichten. Dort hat Till Verclas seine neue künstlerische Heimat gefunden.

„Ich habe lange geschaut, wo ich ein vernünftiges Grundstück finde“, sagt der 61-Jährige. In der Rolandstadt wurde er fündig. Der Umzug aus Hamburg-Altona ist abgeschlossen. Vergangene Woche eröffnete er die „Wedeler Kunsthalle“ mit 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche offiziell, die zukünftig Schauraum, Atelier, Grafiksammlung und Kupferdruckerei ist.

„Ich wollte endlich einen Ort haben, an dem ich meine Skulpturen geschützt vor Witterungsverhältnissen ausstellen kann“, erläutert Verclas. Neun große Werke aus Holz und Stahl sind in der Ausstellung zu sehen. Hinzu kommen elf Bronzeskulpturen. Der Großteil der Arbeiten lagert allerdings ein Stockwerk höher. „Dort habe ich mein Papier- und Kunstlager“, sagt der Künstler. Dieses hat er exklusiv für diese Zeitung geöffnet.

Steigt man die Holztreppe hinauf, steht man vor einer riesigen Regalwand. Dem Papierlager. „Hier lagern mindestens 50 000 Blatt handgeschöpftes Papier“, erläutert Verclas. Dreht man sich um, schaut man auf Dokumentenschränke, die sich mindestens zehn Meter aneinanderreihen. „Die sind alle voll“, sagt Verclas, der bereits im Alter von zehn Jahren mit der Malerei begann. Seit 1982 produziert er Skulpturen. Den Schränken gegenüber stehen derzeit zahlreiche Umzugskisten. „Ich weiß gar nicht, wie viele Kunstwerke das sind“, sagt der 61-Jährige.

Rohse-Grafikschau für 2015 geplant

Der Inhalt: Die Arbeiten seines Schwiegervaters Otto Rohse. Der heute 89-Jährige machte sich als Illustrator und Typograf einen Namen. Bis zum Jahr 2000 entstanden 650 Holz- und 350 Kupferstiche sowie zahlreiche Radierungen und Buchproduktionen. Seine Schöpfung die Dauerserie „Bauwerke“ hat fast jeder Deutsche schon einmal gesehen. Denn zwischen 1955 und 1995 entwarf Rohse Briefmarken für die Deutsche Bundespost. „Es ist schon beeindruckend, dass die Werke meines Schwiegervaters und meine sich hier gegenüberstehen“, sagt Verclas, dem man die Ehrfurcht vor dem Lebenswerk des Trägers der 1985 in Hamburg verliehenen Biermann-Ratjen-Medaille für „national und international unübertroffene handwerkliche und künstlerische Qualität” und des Gutenberg-Preises deutlich anmerkt. „Für das kommende Jahr plane ich eine Grafikausstellung mit seinen Werken“, sagt Verclas.

Doch auch seine eigenen Werke sind gefragt. Viele große Museen und öffentliche wie private Sammlungen besitzen Arbeiten von Till Verclas, wie das Museum Ludwig, Die Kunsthalle Karlsruhe, die Bayerische Staatsbibliothek, das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, das Germanische Nationalmuseum, die Library of Yale oder die Harvard Fine Arts Library. Was soll als erstes in der Rolandstadt entstehen? „Am liebsten würde ich sofort mit einer neuen Skulptur anfangen und die Werkstatt damit einweihen“, erläutert Verclas. Die Gasflaschen stehen und die Schutzmasken liegen bereit. Doch zunächst wird er sich einem neuen Künstlerbuch widmen. Der 18. Auflage seiner „Atlas“-Reihe. „Der Präsentationstermin steht schon fest“, erklärt der Neu-Wedeler. Parallel betreut er derzeit eine Ausstellung in Kopenhagen in der Galerie von Tom Christoffersen. Dort werden Drucke von Georg Baselitz und Jörg Immendorff gezeigt – alle aus der Sammlung von Till Verclas.

„Ich will es hier ruhig angehen lassen und alles langsam aufbauen“, sagt der Künstler. Schaut man sich das bisherige Schaffen des Hamburger Künstlers an, ist das kaum vorstellbar.

Die Kunsthalle Wedel im Langenkamp 4 ist ab sofort geöffnet – allerdings nur auf Anfrage. Anmeldungen sind telefonisch unter 040-3902271 bei Till Verclas möglich.
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