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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. Oktober 2017 | 09:40 Uhr

Wedel : Die Kitas brauchen mehr Geld

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Rat entscheidet am Donnerstag über neue Förderungsgrundsätze. Verwaltung kalkuliert mit jährlichen Zusatzkosten von 107.000 Euro.

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 10:00 Uhr

Wedel | Wedel muss voraussichtlich in Sachen Kita-Förderung tiefer in die Tasche greifen. Der Rat entscheidet am Donnerstag über eine Anpassung der Förderungsgrundsätze. Die Verwaltung hat einen Beschlussvorschlag auf die Tagesordnung gesetzt, nach dem die jährlichen Aufwendungen der Kommune um zirka 107.000 Euro steigen sollen.

Die Stadt Wedel könnte ab diesem Jahr zirka 107.000 Euro mehr an Kita-Förderung zahlen. Der Rat entscheidet am Donnerstag über eine entsprechende Vorlage der Verwaltung. Die Fachleute halten eine Erhöhung der Beiträge für „zwingend notwendig“. Die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre seien für die Kita-Träger kaum zu kompensieren. Grund für die zusätzlichen Ausgaben sind vor allem  die steigenden Gehälter. Die Wedeler Kitas müssten in die Lage versetzt werden, nach Tarif zu zahlen, um weiter konkurrenzfähig zu bleiben. Die Änderungen der Förderungsgrundsätze seien in den Kuratorien besprochen worden.

Kitas, die über eine Festbetragsfinanzierung unterstützt werden, sollen künftig 1,72 Euro pro Betreuungsstunde von der Stadt erhalten, das sind drei Cent mehr. Für Kinder unter drei Jahren gäbe es 3,38 Euro und damit eine Erhöhung um sieben Cent. Die Einrichtung sollen außerdem die Möglichkeit bekommen, einen Sockelbetrag zu beantragen. Die Entscheidung darüber trifft dann der Bildungsausschuss.

Für Kitas mit einer Defizitfinanzierung soll die Höhe der angemessenen Kosten auf 335 Euro pro Kind bei einer Betreuungszeit von mindestens zwölf Wochenstunden festgelegt werden. Bei weitergehenden Ausgaben entscheidet der Bildungsausschuss über eine Übernahme.

Die Verwaltung schlägt außerdem vor, den Sockelbeitrag der Waldorf-Kita auf jährlich 90.600 Euro zu erhöhen. 2015 waren es noch 50  000 Euro. Damit soll es der Einrichtung möglich sein, ihr Personal nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst zu bezahlen. Angesichts des Fachkräftemangels bei Erziehern sei dies ein Schritt für die Einrichtung, um konkurrenzfähig zu bleiben. Personalausgaben machen bis zu zirka 80 Prozent der Kita-Betriebskosten in Wedel aus.

„Lütt Arche“: Gemeinde stößt an Grenzen

Der Kindergarten „Lütt Arche“ der Freien Evangelischen Gemeinde soll rückwirkend ab 2015 mit einem Sockelbeitrag von 10.000 Euro unterstützt werden. Der Kindergarten betreut nur eine Gruppe, was für einen verhältnismäßig hohen Personalaufwand sorgt. Die Gemeinde unterstützt den Kindergarten mit Spenden und ehrenamtlicher Arbeit, bittet nun aber die Stadt um Unterstützung. So soll der Fortbestand des Kindergartens gewährleistet werden. Die Einrichtung sei wichtig für die Stadt, da dort Kinder betreut werden, die in großen Kitas nicht zurecht kommen.

Die Verwaltungskostenpauschale der heilpädagogischen Lebenshilfe-Kita soll auf 38.000 Euro angehoben werden. Die Einrichtung arbeitet mit kleineren Integrationsgruppen und muss deswegen einen besonders großen Verwaltungsapparat finanzieren.

Die Verwaltung betont in ihrer Stellungnahme, dass die Kostensteigerung der vergangenen Jahre für die Kita-Träger kaum zu kompensieren seien. Die Situation sei während der Kita-Kuratorien ausführlich diskutiert worden. Dabei wurde auch festgestellt, dass die Träger ihre Mehrkosten nicht durch Landeszuschüsse ausgleichen können. Als die Verträge zur Förderung geschlossen wurden, verzichtete man auf eine dynamische Erhöhung der Unterstützung. Im Gegenzug sagte die Stadt den Trägern eine regelmäßige Evaluation der Lage zu.

Der Rat der Stadt Wedel tagt am Donnerstag, 18. Februar, ab 19 Uhr im Ratssaal, Rathausplatz 3-5.
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