zur Navigation springen

„Zwerge“ ziehen ins Spatzennest : Die Kita Zwergenland in Wedel schließt Ende des Monats

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Kita Zwergenland schließt zum 31. März. Alle Kinder werden gemeinsam vom DRK weiterbetreut. Übernahmeangebot für Erzieherinnen.

shz.de von
erstellt am 18.Mär.2015 | 10:00 Uhr

Wedel | Der Schock war groß: Im Februar verkündete Leiterin Anneke van Loo das Aus für ihre Kita Zwergenland. Die Stadt Wedel stellte bereits damals in Aussicht, dass die 13 Kinder in Zukunft gemeinsam in der DRK-Kita Spatzennest betreut werden könnten. In einer Mitteilungsvorlage für den Bildungsausschuss legt die Verwaltung nun ein konkretes Konzept vor.

Nachdem das „Zwergenland“ am 31. März seine Türen schließt, ziehen demnach alle 13 Kinder geschlossen ins „Spatzennest“ um. Dort wird in den Räumen im Obergeschoss eine komplett neue Gruppe geschaffen. Die familienähnliche Struktur aus dem Zwergenland wird zunächst übernommen. Dort kümmerten sich die Erzieherinnen auch um vier Kinder die erst zwei Jahre alt waren. Sobald die Kleinsten das dritte Lebensjahr vollendet haben, soll aus den ehemaligen „Zwergen“ eine reguläre Elementargruppe in der DRK-Kita werden. In der neuen Heimat könnten die Kinder mit vertrauten Gesichtern den Tag verbringen. In der Mitteilungsvorlage betont die Stadtverwaltung, dass DRK sei bereit, die beiden Erzieherinnen aus dem „Zwergenland“ zu übernehmen.

Die Betreuungszeit wird dagegen an die des „Spatzennests“ angepasst und endet nun um 15 statt um 14 Uhr. Die eingeplanten Haushaltsmittel für das „Zwergenland“ werden zum 1. April auf das „Spatzennest“ umgewidmet, um die zusätzlichen Betriebnskosten zu decken. Die Erstausstattung für die neue Gruppe kostet die Stadt 13.000 Euro, sie werden aus dem Budget für unvorhergesehene Aufwendungen bestritten.

Die Familie van Loo hatte das „Zwergenland“ 53 Jahre lang betrieben. Die Großmutter der heutigen Leiterin gründete die Kita in der Straße Am Redder. Anneke van Loo übernahm die Leitung 2002. Letztlich scheiterte der private Kindergarten vor allem an seinem Finanzierungsmodell. Geld von der Stadt erhielt die Einrichtung pro betreutem Kind. Verließen Kinder die Kita vorzeitig, oder gab es weniger Neuanmeldungen, dann bedeutete dies jedesmal weniger Geld bei gleich bleibenden Fixkosten. Ein Modell mit Defizitausgleich konnte van Loo bei der Stadt nicht durchsetzen. Ein Wasserschaden riss zuletzt ein zusätzliches Loch ins Budget. Schweren Herzens gab die 36-jährige Leiterin auf. Immerhin bleiben die letzten 13 Zwerge nun zusammen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen