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Jahreshauptversammlung in Heist : Die Kicker schießen die TSV-Frauen raus

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Fußballer treten überraschend mit starker Delegation auf und besetzen zwei Vize-Posten.

Heist | Der Fußball im TSV Heist ist mächtig im Aufwind. Das wurde auch während der Hauptversammlung des Gesamtvereins am Mittwochabend im Lindenhof deutlich. Nach dem Gewinn des Raiba-Cups 2016 und der immer stärker werdenden Fußballjugend haben die Kicker offenbar kräftig Appetit auf mehr: Denn statt wie üblich von 19.30 bis 21 Uhr zu trainieren, kam eine starke Männertruppe zur Versammlung und schoss zur Wahl stehende Frauen regelrecht ab.

Normalerweise ist die Besucherzahl überschaubar. Diesmal aber wurden viele Stühle geschleppt. „Massig Leute hier, Training fällt aus, Ingo?“, fragte erstaunt Vorsitzender Stefan Krüger in Richtung Ingo Jopp, Trainer der 1. Herren. Krüger spulte die Regularien ruhig ab. Dem Vorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt, nachdem es in der Aussprache keine kritischen Töne gab. Doch dann wurde der Vorstand abgewatscht. Nachdem die bisherige Zweite Vorsitzende, Nicole Weber, ihren langsamen Rückzug angekündigt hatte, sollte in ihre Fußstapfen Diana Tschachschal treten. Sie ist seit Jahren im Bereich der Kindergymnastik aktiv. „Sie hat sich herausragend gezeigt“, warb Krüger. Aus der Fußball-Riege wurde als Gegenkandidat Fußball-Jugendobmann Meik Schwanebeck aufgestellt. Die Vorstandsfavoritin wurde mit acht zu 44 Stimmen abgemessert. Auch der zweite Versuch, sie in die Führungsriege zu heben, scheiterte. Sie sollte gemeinsam mit Weber im Doppelpack Dritte Vorsitzende werden. Dieser Posten war eigens geschaffen worden. Aber stattdessen wurde der von den Fußballern ins Rennen gebrachte und nicht anwesende Hans-Jürgen Schulze mit überwältigender Mehrheit gewählt. Weber wurde kurzerhand für eine einjährige Übergangsfrist zur ebenfalls neu geschaffenen Vierten Vorsitzenden gemacht.

Kassenwartin Heike Ebert bot den Fußballern leicht entnervt die Übernahme auch ihres Jobs an. Doch davon wollten diese nichts wissen und stimmten ebenso für sie wie für den Zweiten Kassenwart Holger Nagel, Schriftführerin Eike Wiechers, die seit 26 Jahren im Amt ist, und Ehrenratsvorsitzende Karen Nöß.

Insgesamt steht der TSV gut da: 709 Mitglieder gibt es, davon sind 381 weiblich. Für die 172 Mitglieder starke Fußballsparte gab es nur Lobesworte von Krüger: „Wir sind im Aufwind, haben einen guten Ruf und gute Trainer.“ Seit Sommer gebe es sogar Frauenfußball. Die Sparte Turnen und Gymnastik hat 293 Mitglieder. Eine Vielzahl von Kursen spüle Geld in die Kassen und bringe neue Mitglieder. Extrem erfolgreich sei die Tischtennissparte, die 96 Mitglieder zählt. Dank der Initiative von Heidi Krause sei der TSV nun Behindertenstützpunkt. Die Gruppe zählt derzeit 20 Mitglieder. Schwanebeck konnte mit seiner Arbeit ebenfalls punkten. Er lebt seit zwei Jahren mit seiner Frau und drei Kindern im Dorf. Als er seine Arbeit aufnahm, hatte er 20 Nachwuchskicker, nun sind es 70. „Wir haben in der G-Jugend einen Aufnahmestopp, weil wir keinen Trainer haben“, schilderte er. Schwanebeck appellierte an die anwesenden Fußballer sich als Trainer zu bewerben: „Wir wachsen ohne Ende.“

Gute Finanzlage

Auch finanziell geht es dem Verein blendend. Dank des Verkaufs eines ererbten Hauses, der immerhin 235  000 Euro einbrachte, kann im März das Restdarlehen für Sporthallenbau bei der Gemeinde vollständig abgelöst werden. 350  000 Euro waren damals aufgenommen worden. Ebbe gab es bei der Verleihung der Sportabzeichen. Diesmal waren es nur vier: Heike Ebert und Werner Thieke erhielten Gold, sie zum 14. er zum 17.  Mal. Urgestein Rudi Schubring (29 Mal Gold) und Hans-Dieter Pohl (18 ) waren nicht anwesend. Krüger appellierte an die Kicker, sich für die Sportabzeichen-Prüfung zu bewerben.

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