Parkgebühr für Wedels Innenstadt : Die Kaufleute reden jetzt mit

„Warum sind die Interessen aller wichtiger als die der Betroffenen?“, fragt Innenstadtkaufleute-Chef Jan Lüchau (von rechts). Er und seine Kollegen Wolfgang Schubert, Jörg Marsel und Jörg Feuchtner kritisieren das Vorgehen der Stadt scharf.
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„Warum sind die Interessen aller wichtiger als die der Betroffenen?“, fragten Innenstadtkaufleute-Chef Jan Lüchau (von rechts). Er und seine Kollegen Wolfgang Schubert, Jörg Marsel und Jörg Feuchtner kritisierten das Vorgehen der Stadt scharf.

Die Politik macht nach Protesten vorerst einen Rückzieher: Ein Runder Tisch soll zu einer Einigung mit den Unternehmern führen.

shz.de von
07. November 2013, 12:00 Uhr

Die Parkgebühr für Wedels Innenstadt wird kommen: So viel wurde deutlich in der Planungsausschusssitzung, in der eigentlich der Beschluss für die Einführung einer Bewirtschaftung gefasst werden sollte. Ebenso deutlich wurde indes auch durch die harsche Kritik der Kaufleute: Über das Wie und vor allem das Wieviel ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Dabei wollen die Vertreter der Wedeler Geschäftswelt ein Wort mitreden – und das sollen sie auch.

Jetzt doch, muss da hinzugesetzt werden. Denn die Beschlussvorlage ist entstanden, ohne dass die Kaufleute als direkt Betroffene gefragt worden waren. Die waren entsprechend auf der Zinne. Verständlich, fand der planungspolitische Sprecher der SPD, Manfred Eichhorn. „Die SPD ist erstaunt und entsetzt, dass die Verwaltung es nicht geschafft hat, vorher mit den Beteiligten zu reden“, hieß es in dem Statement seiner Partei. Eichhorns Antrag daher: Beschluss schieben und möglichst schnell alle Betroffenen an einen Tisch holen, um zu einem möglichst großen Konsens zu finden.

Dass dazu zahlreiche offene respektive strittige Fragen geklärt werden müssen, wurde schon in der Sitzung deutlich. Jugendbeirat: Der plädiert für 50 Cent nicht wie geplant für die halbe, sondern eine volle Stunde. FDP: Warum sind die ebenerdigen Parkplätze am ZOB, nicht aber die Tiefgaragenplätze auf der Gebührenpflicht-Liste, fragte FDP-Fraktions-Vertreter Martin Schumacher. „Und die Radfahrer in den Käfigen sollen zahlen? Das passt nicht.“ Der Liberale brachte zudem den Ärztehaus-Parkplatz, die Rathaus-Tiefgarage und die Flächen am Roland und gegenüber der Batavia ins Spiel. Nochmal SPD: Die will Schulparkplätze nicht zwingend ausnehmen. Und wie steht es bei einer Schrankenregelung am Parkplatz Elbestadion mit freiem Zugang für Behinderte, fragte Eichhorn. TSV: Vorsitzender Jürgen Brenker gab zu bedenken, dass die Vereine generell mit dieser Regelung Probleme bekommen.

Grundsätzliche Zustimmung

Grüne: Die sehen auch offene Fragen und hätten sich „gewünscht, man hätte zunächst mit den Kaufleuten gesprochen“, so Olaf Wuttke. Generell unterstütze seine Partei jedoch das Konzept und fürchte keine nachhaltigen negativen Folgen für die Bahnhofstraße, „allenfalls kurzfristige Irritationen“. Schließlich müssten sich die Menschen weiter versorgen.

Grundsätzliches Ja zur Parkraumbewirtschaftung angesichts der klammen Stadtkassen signalisierten dezidiert auch SPD und FDP. Und Innenstadt-Kaufleutechef Jan Lüchau sagte: „Uns ist klar: So wie der Haushalt aussieht, muss da Geld kommen – aber bitte nicht so. Es ist traurig, dass das Thema allein zum Zahlenspiel innerhalb des Haushalts geworden ist.“ Die Kaufmannschaft stehe sofort für Gespräche bereit. Die soll es geben. In einem kurzfristig zu bildenden Arbeitskreis – „damit wir zur Dezember-Sitzung entscheidungsfähig sind“, so Ausschusschef Michael Schernikau (CDU).

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