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Sonderausstellung : Die Industriegeschichte am Wedeler Elbufer

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Das Stadtmuseum und eine Arbeitsgemeinschaft sammeln Dokumente zur Industriegeschichte am Wedeler Elbufer.

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2017 | 17:00 Uhr

Wedel | Von den Bauern- und Fischerdörfern Wedel, Spitzerdorf und Schulau zum Industriestandort: Wedel hat Anfang des 20. Jahrhunderts einen tiefgreifenden Strukturwandel durchgemacht. Für die Tage der Industriekultur in der Metropolregion Hamburg bereitet das Stadtmuseum nun eine Sonderausstellung vor, die sich mit den elbnahen Standorten großer Unternehmen beschäftigt. Die Macher der Schau hoffen nun auf Unterstützung aus der Bevölkerung. Sie suchen nach alten Fotos, Dokumente oder persönlichen Erinnerungen der Menschen.

Die Schau ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadtmuseum und Arbeitsgemeinschaft (AG) Industriegeschichte Wedel. Die beiden Industrietage der Metropolregion am 17. und 18. Juni sind den Ausstellungsmachern allerdings zu wenig. „Wir werden unsere Exponate bis zum 10. September zeigen“, sagt Sabine Weiss, Leiterin des Stadtmuseums. Das Projekt soll auch genutzt werden, um die Sammlung für das Möller Technicon, welche das Stadtmuseum mit Unterstützung von Möller Wedel betreibt, zu erweitern. Und deswegen hofft Gerhard Kuper von der AG Industriegeschichte auf tatkräftige Unterstützer aus Wedel. „Wir suchen alte Bilder, historische Postkarten, private Aufzeichnungenund auch Augenzeugenberichte zu Wedeler Industriestandorten an der Elbe“, sagt Kuper. Zu den Schwerpunkten gehört die Hafenstraße, heute Standort von Trioptics, früher Adresse von AEG und anderer Fabriken.

Auch die Johannsen-Siedlung an Goethestraße, Mozartstraße und Theodor-Johannsen-Straße, die auf den Industriellen Theodor Johannsen zurückgeht, ist von Interesse. Genauso wie die einstige Billerbek-Siedlung auf dem Gelände des Kohlekraftwerks. Von Interesse ist auch die Hardorp’sche Wiese, heute der Elbhöhenweg.

Impression von 1959: Blick auf das alte HEW-Kraftwerk, den Billerbek-Leuchturm und den ehemaligen Hafen.
Impression von 1959: Blick auf das alte HEW-Kraftwerk, den Billerbek-Leuchturm und den ehemaligen Hafen. Foto: HEW/Helmut Wried
 

Nur wenige Informationen hat die AG Industriegeschichte zudem über eine Zichorienfabrik an der Hafenstraße. Aus den Wurzeln der Zichorie wurde früher Ersatzkaffee hergestellt. Bis heute wird der Rohstoff als Zutat für Getreidekaffee verwendet.

Viele Fragen werfen auch die ehemaligen Zuckerspeicher am heutigen Standort des Graf-Luckner-Hauses auf. „Wie wurden die Speicher befüllt? Wie wurden sie nach Betriebsstilllegung genutzt?“, will Kuper wissen. Die Speicher sollen unter anderem Lager für „kriegswichtiges Material“ und Unterkunft für russische Kriegsgefangene gewesen sein. Ebenfalls auf der Wunschliste der Lokalhistoriker: Dokumente, welche den Zustand der Pulverfabrik am Schulauer Ufer vor deren Explosion im Jahr 1878 belegen.

Forschen zur Industriegesellschaft Wedels: Sabine Weiss, Gerhard Kuper, Sören Karstens und Heinz Gläser (v. l.).
Forschen zur Industriegesellschaft Wedels: Sabine Weiss, Gerhard Kuper, Sören Karstens und Heinz Gläser (v. l.). Foto: Thieme
 

Alle Exponate werden in Form von Diashows an Monitoren oder an Lesepulten mit Klappbüchern präsentiert. Eine große Panoramakarte mit einer Luftaufnahme des Elbufers von 2015 verdeutlicht mit einem Zeitstrahl und Markierungen, wo einst bedeutende Industriebetriebe standen – und wo noch heute welche zu finden sind. Etwa 200 Motive sind bereits fest eingeplant, darunter Industriefotografien von professioneller Qualität, die etwa das Innere des einstigen AEG-Werks zeigen.

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