zur Navigation springen

Nach dem Aus für die Nordumfahrung : Die Grünen in Wedel suchen nach Visionen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Partei diskutiert mit Gästen über neue Verkehrskonzepte für die Rolandstadt.

Wedel | Olaf Wuttke, Chef der Wedeler Grünen, wagte den Blick ins Jahr 2021. Das neue Wohngebiet Wedel-Nord fertig, der Businesspark zumindest zur Hälfte. 2500 Neubürger in der Rolandstadt und ein Zuwachs an Berufspendlern. Wie soll die Stadt mit diesen verkehrspolitischen Herausforderungen umgehen? Insbesondere nachdem die Nordumfahrung – mit Stimmen der Grünen – auf Eis gelegt wurde. Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde der Grünen in der Gebrüder-Humboldt-Schule. „Wir müssen uns jetzt damit befassen“, betonte Wuttke.

Hinter dem Rednerpult hatte Wuttke neben Markus Franke von Argus Stadt- und Verkehrsplanung sowie der Elmshorner Landschaftsplaner Werner Steinke Platz genommen. Wuttke bekräftigte das Nein zur Nordumfahrung: „Der Verkehr aus der Marsch wird verlagert, aber auch am Einmündungspunkt einer Umgehungsstraße wohnen Menschen.“ Zudem bestünde derzeit keine realistische Aussicht auf einen Bau der Strecke. Alternative Konzepte seien nötig. Derzeit beschäftige sich die Politik gemeinsam mit Argus mit einer neuen Planung, die in der nächsten Woche öffentlich gemacht werden könnte. Die Verkehrsströme aus einem neuen Stadtteil Wedel-Nord sollen nach Ansicht der Grünen über verschiedene Routen abfließen. Dazu zählen die Aschooptwiete, die Bündtwiete und eine noch zu bauende neue Verbindungsstraße zur Pinneberger Straße. Argus-Mitarbeiter Franke widersprach der Ansicht der Grünen in seinem Vortrag. Seiner Meinung nach sei die Nordumfahrung sinnvoll.

Weitgehender Konsens herrschte dagegen beim Thema Radverkehr. Wuttke erinnerte an das Velorouten-Konzept, dass nur in Bruchstücken umgesetzt wurde. Franke sah große Potenziale in Wedels Geografie: „Ein Zwei-Kilometer-Radius um den Bahnhof umfasst beinahe das gesamte Stadtgebiet – nach einer solchen kompakten Lage würden sich viele Kommunen die Finger lecken.“ Einer Studie nach seien zwei Drittel aller in Wedel zurückgelegten Wege kürzer als fünf Kilometer. Ansätze, um Wedel zu einer fahrradfreundlicheren Stadt zu machen gebe es viele, sie müssten nur umgesetzt werden.

Die Umsetzung ambitionierter Konzepte war das Thema von Stadtplaner Steinke. Er richtete eine klare Botschaft an die Zuhörer. Viele Kommunen würden daran scheitern, eine lange Liste von Vorhaben abzuarbeiten. Das Erfolgsrezept sei dagegen ein klares, vielleicht auch radikales, Leitbild für die Stadt zu entwickeln und es durchzuziehen. Als Beispiele nannte er Kopenhagen und das niederländische Houten, in denen konsequent dem Radverkehr Priorität eingeräumt wurde. „Wedel muss sich Gedanken machen was für eine Stadt es sein will“, betonte der Experte. Sein Vorschlag: Eine Flaniermeile vom Bahnhof bis zur Elbe, vor allem für Fußgänger und Radfahrer, nach dem Vorbild der Prachtstraße Ramblas im spanischen Barcelona.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 25.Feb.2016 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert