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Zweitstärkste politische Kraft in Hetlingen : Die Freie Wahlgemeinschaft wird 20

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Längst erwachsen: Der Auslöser für die Gründung im Jahr 1994 war eine pampige Bemerkung des damaligen Bürgermeisters.

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erstellt am 21.Jan.2014 | 14:00 Uhr

Es sind es die kleinen Dinge, die ein Fass zum Überlaufen bringen: Im Schweiße ihres Angesichts hatten Eltern gestiftetes Holz zu einer Sandkiste gezimmert, damit die Jungen und Mädchen der Grundschule Hetlingen in den Pausen kräftig buddeln können. Die Ehrenamtler begutachteten stolz ihr Werk, als der damalige Bürgermeister Klaus Groth (CDU) um die Ecke kam. Seine Reaktion: „Den Sand müsst ihr aber selbst anschaffen, das machen wir nicht jedes Jahr auf Gemeindekosten.“ Das sei, so Vorsitzender Michel Wiest, der Auslöser für die Gründung der Freien Wahlgemeinschaft Hetlingen (FW) gewesen, die am Sonntag, 2. Februar, ihren 20. Geburtstag feiert.

Was als kleine Gruppe um den ehemaligen Sozialdemokraten Helmut Gröne begann, hat sich in zwei Jahrzehnten zur zweitstärksten politischen Kraft der 1300-Seelen-Gemeinde gemausert. Trend: steigend.

Die Sozialdemokraten spielen seit langem keine Rolle mehr im Dorf, mangels Mitgliedern gibt es nicht einmal mehr einen eigenen Ortsverein, sondern seit ein paar Monaten den Zusammenschluss Holm-Hetlingen. Im Gemeinderat sind sie seit 2008 nicht mehr vertreten.

Bei der ersten Kommunalwahl im Jahr 1994 holten die FWler aus dem Stand zwei Sitze. 1998 kam der Rückschlag – nur ein Mandat wurde errungen. Doch die Freien Wähler berappelten sich, holten 2003 drei Sitze, 2008 fünf und seit 2013 haben sie mit sechs Gemeindevertretern nur noch ein Mandat weniger als die regierende CDU-Fraktion und stellt mit Michael Rahn den stellvertretenden Bürgermeister.

Von den 37 Mitgliedern sind sieben seit Anbeginn dabei: Neben dem Vorsitzenden Michel Wiest und seiner Frau Adelheid sind das Anke und Helmut Gröne, Brigitte Evers, Kurt und Marlies Hartz sowie „Schatzhüterin“ Helga Matthiessen. Sie führt seit dem Anfang die Kasse.

Fußballer lieferten nötige Unterschriften

Ihre Geburtstagsparty wollen die Freien Wähler in der Dorfgaststätte „Op de Deel“ feiern, jenem Ort, an dem einst der Grundstein des Erfolgs gelegt wurde. „Die Fußballer des HTMV haben uns beim Start einen kleinen Kick gegeben“, erinnert sich Wiest. Denn bevor die neue politische Kraft „frischen Wind“ – so auch der Titel ihrer periodisch erscheinenden Publikation – ins Dorfleben bringen konnte, mussten zur Kommunalwahl 1994 erst einmal Unterstützer gefunden werden. Die HMTV-Kicker erwiesen sich dabei als gute Demokraten – und bei einer gemütlichen Runde in der Kneipe kamen fast alle benötigten Unterschriften zusammen, erinnert sich Wiest.

Der Mitgliedbeitrag ist unschlagbar niedrig: 50 Cent pro Monat. Für Wahlkämpfe wird eine Spendenumlage gemacht, 2013 gaben die Freien Wähler 3000 Euro aus, verriet Fraktionschef Rahn.

Auch die neuen Medien kommen zum Einsatz: Der Internet-Auftritt ist seit langem vorhanden, Facebook und Youtube wurden auch während des Wahlkampfs kräftig genutzt. „Das ist irre, wie viele Zugriffe wir hatten, das hat sich gelohnt“, sagte Rahn.

Beim Monatstreff sind alle Interessierten willkommen. Jeden ersten Montag im Monat – das nächste Mal am 3. Februar – wird ab 20.15 Uhr in „Op de Deel“ kräftig politisiert.

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