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Frauenhaus in Wedel : Die finanzielle Lage ist stabil

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Einrichtung legt den Jahresbericht 2015 vor. 66 Personen wurden aufgenommen. Die Wohnungsvermittlung wird immer schwieriger.

Wedel | Nicht nur die Adresse des Wedeler Frauenhauses ist geheim, auch den Jahresbericht für den Sozialausschuss machte das Team aus Sicherheitsgründen nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Mitarbeiterin Astrid Otto blickte aber auf der vergangenen Sitzung des Ausschusses und im Gespräch mit dieser Zeitung  auf das Jahr 2015 zurück.

Die finanzielle Situation bleibe weiterhin stabil, so Otto: „Wir sind wieder voll in der Landesfinanzierung drin.“ Die Einrichtung erhält jährlich 185.300 Euro vom Land – damit werden Miete sowie Personal- und Sachkosten beglichen. Die Stadt Wedel schießt freiwillig 10.800 Euro für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu. Otto betont: „Wir freuen uns über Spenden.“ Anders als 2012 ist das Frauenhaus aber nicht mehr auf private Gaben zum Überleben angewiesen. Damals strich die Landesregierung die Mittel.

Im Herbst wird das Frauenhaus 30 Jahre alt. Die Einrichtung bietet 15 Plätze  für Frauen, die durch Partnern oder Familienmitgliedern Gewalt erleiden oder bedroht werden. Ebenfalls aufgenommen werden die betroffenen Kinder – Mädchen bis 18 Jahre, Jungen bis 14 Jahre. 2015 nahm das Wedeler Frauenhaus 66 Personen auf, davon 37 Frauen und 29 Kinder. Dies entspricht laut Otto einer durchschnittlichen Auslastung von etwa 70 Prozent für die vier Schlafräume. Die Mitarbeiterin hebt allerdings hervor: „Wir sind eine Kriseneinrichtung und brauchen immer Platz für Notfälle.“ Von einer geringen Auslastung könne also nicht gesprochen werden.

Die Schutzsuchenden blieben im vergangenen Jahr durchschnittlich 57 Tage im Frauenhaus – eine relativ lange Dauer. Grund sei der angespannte Wohnungsmarkt in Wedel. Falls die Frauen in der Rolandstadt bleiben wollten, sei es sehr schwer, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Otto: „Das bedeutet für alle Beteiligten viel Frustration“. Ein weiteres Problem seien die juristischen Konflikte zwischen dem Schutz von Gewaltopfern und dem Besuchsrecht. Der erlaubte Umgang der gewalttätigen Männer mit ihren Kindern führe immer wieder zu Problemen. Das Notruftelefon des Frauenhauses ist unter 0410-314553 zu erreichen. Eine Aufnahme ist Tag und Nacht möglich.

Der Förderverein des Frauenhauses betreibt ein Spendenkonto unter der IBAN DE97 2215 1730 0000 095303, BIC: NOLADE21WED. Finanziert werden von den Spenden notwendige Reparaturen  oder Neuanschaffungen, Nothilfe für die Frauen sowie Freizeitangebote. Der Förderverein trifft sich am 13. Oktober um 19.30 Uhr in der Highlight Sportsbar, Bekstraße 22, Wedel. Interessierte können sich dann über die Arbeit der Einrichtung informieren. Der Förderverein  ist per E-Mail an foerderverein@frauenhaus-wedel.de zu erreichen.
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erstellt am 09.Jun.2016 | 12:15 Uhr

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