Neue Serie stellt heimische Vögel vor : Die Feldlerche: Ein Allerweltsvogel verstummt

In der Wedeler Marsch gibt es Dank überwiegend extensiver Landwirtschaft noch eine gute Population von knapp 70 Paaren.

In der Wedeler Marsch gibt es Dank überwiegend extensiver Landwirtschaft noch eine gute Population von knapp 70 Paaren.

In Wedel ist die Feldlerche noch mit mehr als 70 Paaren vertreten. Zwei Bodenbruten im Jahr.

shz.de von
18. Juli 2018, 12:10 Uhr

Wedel | Welche Vögel kann man zur Zeit in Wedel und Umgebung beobachten? Wer wenn nicht Marco Sommerfeld könnte diese Frage am besten beantworten. Wir haben den Leiter der Carl Zeiss Vogelstation gebeten, uns die heimischen Vögel in einer Sommerserie vorzustellen. Regemläßig berichtet der studierte Landschaftsökologe und ausgewiesene Ornithologe auf shz.de einen Vogel en détail beschreiben und berichten, wo in der Region er zu entdecken und woran er zu erkennen ist. Für den ersten Teil der Sommerserie hat sich Sommerfeld die Feldlerche vorgenommen.

In vielen Gebieten Schleswig-Holsteins war die Feldlerche früher ein Allerweltsvogel, doch ist sie auf vielen Flächen mittlerweile verstummt, da die Industrialisierung in der Landwirtschaft vielfach monotone artenarme Flächen mit häufiger Bearbeitung nach sich zog, wo ein Überleben schlichtweg unmöglich ist.

Die Carl Zeiss Vogelstation liegt inmitten der Kleientnahmestelle Fährmannssand und wird seit 1984 vom Hamburger Nabu betreut. Das Gewässer wurde umgestaltet und hat sich zu einem Paradies für Wasservögel entwickelt. Der Beobachtungsraum und drei verschiedene Beobachtungsstände am Ufer des Sees garantieren beste Einblicke auf seltene Vögel, ohne diese zu stören. Der Autor unserer Sommerserie, Marco Sommerfeld, leitet die Station. Die Carl Zeiss Vogelstation ist mittwochs, donnerstags, sonnabends sowie sonntags und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Weitere Infos gibt es hier.

In der Wedeler Marsch gibt es Dank überwiegend extensiver Landwirtschaft noch eine gute Population von knapp 70 Paaren mit leicht steigender Tendenz in den vergangenen Jahren. Insbesondere rund um die Carl Zeiss Vogelstation lassen sich Feldlerchen hervorragend beim Fluggesang studieren. Meist dauern die Singflüge zwei bis drei Minuten an, können mitunter erheblich länger, ausnahmsweise bis zu einer Stunde dauern.

In der Regel finden zwei Bodenbruten mit zwei bis fünf Eiern jährlich statt. Das Weibchen brütet alleine und wird vom Männchen nicht gefüttert. Ist der Nachwuchs geschlüpft, wird er von beiden Elternteilen mit Insekten, Spinnen und kleinen Schnecken versorgt, wobei die Jungen bereits im Alter von sieben bis elf Tagen den Eltern hüpfend am Boden folgen. Mitte Juli ist der Gesang zeitweise noch zu hören, wird dann aber aufgrund der fortgeschrittenen Brutzeit Ende Juli verstummen.

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