Schulprojekt : Die Experten für Kinderrechte in der Moorwegschule

„Man merkt, dass ihr für das Thema brennt“, lobte eine Lehrerin die Schüler nach der Präsentation.

„Man merkt, dass ihr für das Thema brennt“, lobte eine Lehrerin die Schüler nach der Präsentation.

Nur wer sein Recht kennt, kann es durchsetzen: Das haben Wedeler Mädchen und Jungen gelernt.

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28. Februar 2018, 12:00 Uhr

Die Kinderrechte-AG, die Erzieherin Anneke van Loo im vergangenen Jahr zwischen Sommer- und Winterferien einmal in der Woche am Nachmittag in der Moorwegschule angeboten hat, kam ausgesprochen gut an. Zwar haben sich nur sieben Mädchen und Jungen gemeldet. Die aber waren umso engagierter bei der Sache. Mitreißend und voller Begeisterung stellten sie jetzt dem Lehrerkollegium ihre Ergebnisse vor, um zu zeigen, wie wichtig das Thema ist. Und um an der Schnittstelle der Schul-Macht auszuloten, welche Ideen zur Umsetzung der Rechte hier möglicherweise auf fruchtbaren Boden stoßen.

Zuerst hätten sie eine Meckermauer aufgebaut, berichteten die Kinder. Auf den Pappkartonsteinen stand „Ich möchte nicht geküsst werden, ohne gefragt zu werden“, „Zu viele Hausaufgaben“ oder „Mich nervt, dass ich im Unterricht nichts trinken darf“. Alles Dinge, die den Grundschülern blöd aufgestoßen waren. Sie wurde beherzt umgeschmissen und niedergetrampelt. Dann wurde Bilanz gezogen. Auf dem Plakat für die Lehrerinnen steht:„Hierbei darf ich bisher mitbestimmen“ auf der einen und: „Hierbei möchte ich mitbestimmen“ auf der anderen Seite. Klassensprecher wählen, Spielen in der Pause und Essen aussuchen sind Wahlmöglichkeiten für Kinder in der Schule. In der Schulhofgestaltung und bei den Hausaufgaben wollten die AG-Schüler gern mitmischen.

Besonders gefreut habe sie sich darüber, erzählt van Loo nach der Präsentation, welche Kinderrechte die Schüler herausgesucht haben, mit denen sie sich besonders beschäftigen wollten. Mit dem zehnten zum Beispiel, das Kindern mit Behinderung das Recht auf besondere Fürsorge und Förderung einräumt. Fotos belegen, wie die kleinen AG-Teilnehmer mit Rollstuhl und Rollator die Moorwegschule durchkämmten und auf nicht wenige Hindernisse stießen.

Die Vorstellung ihrer Wünsche lag den Mädchen und Jungen dann besonders am Herzen. Sie hatten ihre Ideen auf Sterne aufgeklebt. Die leichter durchsetzbaren hingen oben an der Stellwand, die schwierigen unten. Der Wunsch nach einem inklusiven Spielplatz fand sich im oberen Bereich. Zudem sollte es Bücher über Kinderrechte mit Bildern für die Erstklässler geben, fanden die Schüler. Sie wollten ein Spiel wie Memory über das Thema entwickeln und eine „Kinderrechte-AG für immer“. Unten stand der Wunsch nach einer Lehrerfortbildung zu dem Thema. Auch die Anregung nach einem wiederkehrenden Kinderrechtetag hatten sie in den schwierigen Bereich verbannt.

Zum Schluss durften die Pädagogen aktiv werden. Sie sollten ihr Feedback zur AG-Ausarbeitung mit jeweils drei Punkten verteilen. Der Vorschlag „Kinderrechte werden Thema in meinem Unterricht“ schnitt dabei mit sieben Treffern nicht übermäßig gut ab. Trotzdem gab es für die AG-Schüler doch noch eine positive Rückmeldung. „Man merkt, dass ihr für das Thema brennt“, lobte eine Lehrerin aus dem Kollegium. Deswegen wollte sie, dass die Kinder als Experten in ihre Klasse kommen, um das Feuer fürs Thema den Mitschülern zu vermitteln.

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