Wedel : Die Elbfähre bleibt Thema für Grüne

Die Beisitzer Rainer Hagendorf (v. l.), Friederike von Nobbe, Ortssprecherin Karin Holzapfel und Kassenwart Felix Schnor führen die Wedeler Ortsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen.
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Die Beisitzer Rainer Hagendorf (v. l.), Friederike von Nobbe, Ortssprecherin Karin Holzapfel und Kassenwart Felix Schnor führen die Wedeler Ortsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen.

Debatte über Verbindung zwischen Wedel und Jork. Wuttke: „Brauchen Lösungen für erhöhtes Verkehrsaufkommen am Businesspark“.

shz.de von
11. Mai 2015, 16:00 Uhr

Wedel | „So ein kleines Schiffchen kann nie und nimmer eine Elbtunnelalternative sein“, stellte Martin Linne am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung der Wedeler Ortsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen klar. Der Geschäftsführer der Gesellschaft für Tourismusforschung hat die Chancen einer Elbfähre, die Henning Kuhlmann, geschäftsführender Gesellschafter von Becker Marine Systems, am Freitag vorstellte, analysiert. „Teilen sie einmal 180.000 Autos, die täglich durch den Elbtunnel fahren durch 60 Plätze auf der Elblinie und überlegen sie, wie oft die Fähre fahren müsste“, sagte Linne. Die Fährverbindung mit der Elblinie zwischen Wedel und Jork soll mit einer Fähre bedient werden, die 60 Meter lang und 13 Meter breit ist. Platz biete sie für 60 Autos und 200 Passagiere. Geplant sei ein Halbstundentakt zwischen dem Business Park und dem Fährhaus Kirschenland.

„Eine Verkehrsanbindung nach altem Muster zu planen, macht wirtschaftlich keinen Sinn“, sagte Linne. Er sprach von einer Anbindung an den ÖPNV, die Bereitstellung von Leihfahrrädern und Apps für Mobilgeräte, um Fahrgemeinschaften zu bilden. „Es macht Sinn, wenn nicht jedes Auto nur mit einem Insassen besetzt ist“, sagte der Tourismusexperte. Kritik der Grünen, Fahrgäste von der Lühe-Schulau-Fähre abzugreifen, konterte Linne mit deutlichen Worten: „Da wird vielleicht etwas stiefmütterlich und konservativ gedacht. Ich denke, dass die Fähre betriebswirtschaftlich ganz anders dastehen würde.“ Die Fahrzeiten seien zu kurz und das Konzept überarbeitungswürdig. Für Becker Marine Systems empfahl Linne eine Ausrichtung auf Pendler und Touristen sowie ein dynamisches Preissystem, um die Nachfragespitzen abzufangen. „Nur mit PKWs würde sich die Fähre nicht rechnen“, erläuterte der Geschäftsführer der Gesellschaft für Tourismusforschung. Die Chance des Elbwanderwegs müsse genutzt werden. Zudem sei es wichtig, die Anbindung an den Business Park zu schaffen.

Design und Kosten für zwei Fähren seien laut Kuhlmann fertig gestellt. Nun müsse die Sanierung des Wedeler Hafens umgesetzt und die Kosten für einen Fähranleger geklärt werden. Dann müsse die Anbindung an den ÖPNV erfolgen. Erste Gespräche auf beiden Elbseiten soll es bereits gegeben haben. „Wir können viele Ideen andenken und anstoßen, aber als Privatunternehmen können wir nicht alles alleine umsetzten“, sagte Kuhlmann. So müssten die CDU und die Grünen in Jork überzeugt werden, zusätzlichen Verkehr hinter dem Deich zuzulassen.

„Das ist das gleiche Konzept wie vor einem Jahr. Da sieht man wie wenig an dem Projekt gearbeitet wurde“, kritisierte das Grüne Bundestagsmitglied Valerie Wilms nachdem die Referenten den Raum im Vereinsheim des Wedeler TSV verlassen hatten. „Wir sollten weniger emotional, sondern rationaler diskutieren“, mahnte Olaf Wuttke, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Wedeler Stadtrat, und ergänzte: „Wir wollen alle die Arbeitsplätze im Business Park. Auch wir Grünen. Dies wird für eine erhöhtes Verkehrsaufkommen sorgen, für das wir Lösungen brauchen.“ Das Thema soll weiter diskutiert werden.

Yella Nicklaus und David von Nobbe haben ihre Ämter als Beisitzer der Wedeler Ortsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen niedergelegt. Die Beiden Jungpolitiker könnten nach dem Abitur die Rolandstadt verlassen. Auf der Hauptversammlung wurde Davids Mutter Friederike von Nobbe als neue Beisitzerin gewählt. Der zweite Beisitzerposten blieb mangels Kandidaten vorerst unbesetzt. Im Jahr 2014 verließen neun Mitglieder den Ortsverband. Ein neues Mitglied konnte gewonnen werden, so dass der Partei aktuell 45 Mitglieder angehören.
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