Wedel : „Die Elbe ist eine Schifffahrtstraße“

Menschen und Schiffe teilen sich den Fluss: Je größer der Pott, desto weiter zieht sich das Wasser zurück  – und kommt mit um so höheren Wellen wieder.
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Menschen und Schiffe teilen sich den Fluss: Je größer der Pott, desto weiter zieht sich das Wasser zurück – und kommt mit um so höheren Wellen wieder.

Heiße Temperaturen locken ins Wasser: Doch baden in der Elbe ist gefährlich. Worauf jeder Strandbadbesucher achten sollte.

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19. Juli 2014, 16:00 Uhr

Heute soll es 31 Grad heiß werden. Und dann sind noch Ferien. Die ideale Kombination, um im Wedeler Strandbad abzuhängen.

Im Sommer ist die kleine Bucht, die die Elbe in Höhe der Rolandstadt schlägt, meist rappelvoll. Und wenn die Sonne vom Himmel brennt, liegt eine Abkühlung im kalten Wasser für viele Strandbesucher nahe. Doch das Baden im Fluss ist nicht ungefährlich. „ Die Elbe ist eine Seeschifffahrtstraße“, betont Jochen Möller, Chef der DLRG-Wedel, die im Strandbad eine Station unterhält. Bedeutet: Gleich mehrere Faktoren tragen dazu bei, dass unbedingt besondere Vorsicht geboten ist.

Die Verunreinigungen sind stark zurückgegangen, das Wasser ist viel sauberer und die Population gerade auch der essbaren Fische ist kräftig angestiegen. Trotzdem sei das Baden offiziell nicht erlaubt, erklärt Möller – wohl aber werde es geduldet. Um so wichtiger ist es allerdings, sich über örtliche Gegebenheiten und mögliche Gefahren zu informieren. In Bezug auf die Elbe bei Wedel heißt das: auf den Sog, den Wellenschlag und die Strömung ganz besonders achten.

„Kleine Kinder auf gar keinen Fall an der Wasserkante allein spielen lassen“, rät Möller. Denn das Wasser steige teils sehr hoch. Auch Nichtschwimmer und ältere Menschen sind im flachen Bereich sehr gefährdet. Neben Ebbe und Flut verursacht gerade die Schiffahrt einen tückischen Effekt. Fährt ein Schiff vorbei, verdrängt es Wasser, erklärt Möller. Das Wasser weicht zurück. Doch es kommt schneller wieder als gedacht. Und dann mit großer Wucht und mit hohen Wellen, die nicht zu unterschätzen sind. So manche Wolldecke im trockenen Bereich ist plötzlich überflutet, vieles wurde bereits weggespült, etlichen hat es die Beine weggezogen, so Möller.

Erst kommt der Sog, dann der Schwell, je größer das Schiff ist, desto stärker die Wirkung. Durch die Elbvertiefung sei auch die Strömung sehr viel stärker geworden, zählt der DLRG-Chef ein weiteres Risiko auf: „Draußen wird es lebensgefährlich“. Schwimmer sollten nicht zu dicht an die Fahrrinne herankommen. Höhe Hafenmole beziehungsweise Fähranleger ist absolutes Entfernungsmaximum, warnt Möller.

Die Wedeler DLRG-Station ist ab sofort an Wochenenden von Freitagabend bis Sonntagabend (zirka 18 Uhr) durchgehend besetzt. Zwei Boote liegen dann einsatzbereit im Wasser, die Retter haben ihre Schwimmanzüge an. Auch um Unfälle am Strand kümmern sie sich. Ein Sanitätsraum steht für Wundversorgung bereit. Wird jemand vermisst, gibt’s Durchsagen. Die gehisste Flagge signalisiert: Die Lebensretter sind auf ihrem Posten.

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