Rissen : Die DLRG braucht Hilfe

Doppelstöckige Container mit Verkleidung in Lerchenholz: Die Station entwarf das Architekturbüro SKA Sibylle Kramer.
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Doppelstöckige Container mit Verkleidung in Lerchenholz: Die Station entwarf das Architekturbüro SKA Sibylle Kramer.

Für die neue Rettungsstation in Rissen fehlen noch 150.000 Euro. Jetzt sind Stufen zu verkaufen und ein Strandfest ist geplant.

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03. Juli 2014, 10:00 Uhr

Rissen | Eigentlich sollte die alte DLRG-Rettungsstation in Wittenbergen am Rissener Ufer im Winter abgerissen werden, damit der Neubau pünktlich zum Saisonbeginn steht. Doch daraus wurde nichts. Dem Projekt fehlt noch Geld: 150.000 Euro ist die Finanzierungslücke groß, erklärte Hamburgs DLRG-Präsident Heiko Mählmann gestern am Tageblatt-Telefon.

450.000 Euro sind für die neue Station veranschlagt. Zubuche schlagen besonders zwei Faktoren. Weil hinter dem Standort sofort das Landschaftsschutzgebiet anfängt, muss der Containerentwurf drei Meter ins Wasser hinein gebaut und somit auf sechs Pfähle gestellt werden. Zum anderen kostet die Erschließung. „Die Wege machen die Station teuer“, erklärt Mählmann. Der nächste Wasser- beziehungsweise Abwasseranschluss befindet sich weit weg hinterm Parkplatz beim ehemaligen Café Buchfink. Darüber hinaus müssen Pumpschächte eingerichtet werden.

Allerdings ist das, was die Kosten in die Höhe treibt, genau das Wichtige an der neuen Station. Denn bisher gabs für die sechs bis acht Helfer, die von freitags bis sonntags ununterbrochen als Wasserretter das Gebiet bis zum Hamburger Hafen hin überwachen, keine Sanitäranlagen – und sogar nicht einmal fließendes Wasser. Nicht erst in heutiger Zeit ein unhaltbarer Zustand. Aktuell steht ein alter Sanitärcontainer auf dem Parkplatz.

100.000 Euro hat die Hamburger Bürgerschaft bewilligt, 50.000 Euro steuert der Bezirk Altona bei, 150.000 Euro stecken DLRG Bezirks-, Landes- und Bundesverband in das Projekt: fehlen noch 150.000 Euro. Die müssen jetzt mithilfe von Spenden eingetrieben werden. Und dafür haben sich die Wasserretter etwas Besonderes ausgedacht: Sie verkaufen die Stiegen, die zur Station hinaufführen. „28 Stufen helfen“ heißt die Aktion. Wer 2000 Euro und mehr spendet, bekommt eine Gravur in die Edelstahlstufen. Ab 250 Euro werden Sponsoren auf einer Tafel im Innern der Station genannt. Aber auch geringere Beträge unterstützen das Projekt. Jeder Cent hilft den Ehrenamtlichen.

Um auf die Situation aufmerksam zu machen, haben sich die DLRGler darüber hinaus noch eine weitere Aktion ausgedacht. Sie veranstalten ein Strandfest. Am Sonnabend, 12. Juli, wird von 14 bis 17 Uhr allerhand los sein vor der Station. Spiele für die Kinder sind vorbereitet und jede Menge Vorführungen. Rettungsübungen an Land sowie sportliche Outdoor-Wettkampf-Demonstrationen auf dem Wasser. Was für Speis und Trank zu bezahlen ist, geht als Spende in die neue Station. Kann die DLRG die Finanzierungslücke nicht schließen, verfällt der Zuschuss, den der Senat zugesagt hat, und der Worst Case tritt ein: Das wichtige Projekt scheitert.

Das Spendenkonto für den Neubau der Wasserrettungsstation Wittenbergen: Iban: DE58251205100007497979. Bic: BFSWDE33HAN. Rückfragen und Kontakt über Heiko Mählmann 0172-6820338. www.hamburg.dlrg.de
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