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Wedel-Schulauer Tageblatt

13. Dezember 2017 | 09:08 Uhr

Kraftwerk Wedel : Die Bürger wollen Klarheit

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

BI-Sprecherin Kerstin Lueckow hält ein neues Gas- und Dampfturbinenkraftwerk immer noch für möglich. Die SPD übt Kritik an dem Kohlemeiler.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Wedel | Kerstin Lueckow von der Kraftwerks-Bürgerinitiative Wedel-Rissen hatte den Champagner schon kalt gestellt. Doch je länger sie sich mit der Entscheidung des Hamburger Senats und des Aufsichtsrats von Vattenfall zur Situation am Wedeler Elbufer befasste, desto größer wurde der Frust. Eigentlich hatten Lueckow und ihre Mitstreiter gehofft, zumindest das ursprünglich geplante Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) zu beerdigen. Zwar legten die Entscheidungsträger den Bau eines GuD auf Eis – eine endgültige Absage erteilten sie den Plänen aber nicht. Stattdessen soll die Entscheidung 2016 fallen. Jens Dube, Pressesprecher der Hamburger Behörde für Umwelt und Energie, bestätigte auf Tageblatt-Anfrage, dass alle Varianten eines GuDs weiter möglich seien.

Für die Bürgerinitiative geht das Warten also weiter. Lueckow äußerte sich gestern: „Wir sind genervt – ständig heißt es, dass eine Entscheidung gefällt wird und letztlich ist es nur ein Hin und Her.“ Die Informationslage der letzten Wochen sei eine Katastrophe gewesen.

Schon eine Absage an die ursprünglichen Pläne für ein Dampfturbinenkraftwerk bei gleichzeitiger Möglichkeit für eine kleinere Variante hätte die Bürgerinitiative als Erfolg betrachtet. Für Lueckow heißt die Strategie nun: weitermachen. „Unsere Klagen gegen die Genehmigung des Kraftwerks laufen weiter, und wir gehen notfalls auch in die nächste Instanz.“

Mit Blick auf die Pläne, das Kohlekraftwerk bis 2021 weiterlaufen zu lassen, stellt Lueckow klar, dass an der alten Anlage viel zu tun ist: „Das kann man nicht fünf Jahre weiter rumpeln lassen.“ Vattenfall hatte bereits angekündigt, das Kraftwerk zu ertüchtigen. Genaue Pläne sollen im ersten Quartal 2016 verkündet werden.

Die Sozialdemokraten üben Kritik

Kritik am alten Kohlemeiler kommt auch von den Wedeler Sozialdemokraten. In einer Pressemitteilung bezeichnen die Genossen die mögliche Laufzeit bis 2021 als „nicht nachvollziehbar“. Das Gas-Heizwerk am Altonaer Haferweg – derzeit im Bau – würde die Versorgung der Hansestadt mit Wärme sicherstellen. „Laut Gutachten wäre eine weitere mögliche Option die Auskopplung von Abwärme aus der Kupferhütte Aurubis in Hamburg“, so SPD-Chef Lothar Barop. Besonders kritisieren die Genossen daher, dass das Wedeler Kohlekraftwerk das ganze Jahr über läuft. „Dies ist für uns nicht akzeptabel“, so Barop. Der Meiler solle stattdessen nur in Betrieb genommen werden, wenn es für die Wärmeversorgung der Elbmetropole unbedingt notwendig sei. Der Schadstoffausstoß sei derzeit außerdem bedenklich. Barop: „Die Gesundheit der Menschen hat für uns in Wedel höchste Priorität.“

Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos) sieht die aktuelle Situation gelassen. „Wir sind nun mal in einer Zuschauerrolle“. Die Entwicklungen seien nicht neu, die Laufzeitverlängerung stünde schon eine Weile im Raum. Der ursprüngliche Zeitplan sei schon länger gestorben. Das Fortbestehen des Kohlekraftwerks sei aber nicht günstig für den Businesspark.

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