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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. August 2017 | 12:56 Uhr

Rauchmelder : Die Alarme nehmen zu

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Feuerwehr muss häufig bei Fehlalarm ausrücken. Zahl der Einsätze insgesamt gestiegen. Öl am Busbahnhof ausgelaufen.

Wedel | Zu 389 Einsätzen musste die Freiwillige Feuerwehr Wedel im vergangenen Jahr ausrücken. Das geht aus Zahlen hervor, die die Retter jetzt vorgelegt haben. Großfeuer waren 2016 nicht zu bekämpfen. Häufigste Ursache für einen Alarm waren brennende Papiercontainer, brennende Elektrogeräte und piepende Rauchmelder.

Hat die Zahl der Einsätze in der Vergangenheit zugenommen? Ein klarer Trend ist nicht erkennbar. 2015 waren es 31 weniger, 2014 dagegen 77 mehr. Gruppenführer Kai Koch sagt: „In Anbetracht der Tatsache, das wir 2016 nur wenige unwetterbedingte Einsätze hatten, ist die Anzahl ganz beträchtlich.“

Die kleineren Einsätze seien häufig darauf zurückzuführen, dass Rauchmelder ausgelöst hätten. „Seit dem 1. Januar 2011 müssen alle Wohnungen in Schleswig-Holstein mit Rauchmeldern ausgerüstet sein. Alle Schlafzimmer, alle Kinderzimmer und alle Flure, über die ein Rettungsweg aus Aufenthaltsräumen führt, müssen mit einem dieser Geräte ausgestattet sein“, sagt Koch.

Doch häufig handelt es sich um Fehlalarme. Oder die Bewohner bringen die Situation selbst unter Kontrolle, bevor die Feuerwehr da ist. Unnötige Zeitverschwendung für die Rettungskräfte also? Koch sieht das anders: „Natürlich können wir unsere Freizeit auch besser verbringen, als festzustellen, dass nichts passiert ist. In vielen Fällen hätten die Bewohner das Problem aber wohl erst dann bemerkt, wenn der Rauch bereits in die anderen Zimmer gezogen wäre.“ In mehreren Fällen hätten zudem Nachbarn die Feuerwehr gerufen, weil ein Rauchmelder piepte. „Wir fanden einen Bewohner schlafend in seiner Wohnungen, während in der Küche die Frikadellen verbrannten. In einem Fall war die Wohnung menschenleer, und auf dem Herd brannte ein Holzbrett.“ Fettfilter in Dunstabzugshauben speicherten viel Fett, das von einem brennenden Topf schnell entzündet werde. „Daraus entwickelt sich in wenigen Minuten ein ausgedehnter Wohnungsbrand. Aufgabe der Rauchmelder ist, Bewohner rechtzeitig zu warnen, damit diese noch sicher das Haus verlassen können. Um den Rest kümmern wir uns“, sagt Koch. Etwa zehn Prozent aller Einsätze gingen auf das Konto der Rauchmelder.

Yacht bleibt auf Buhne hängen

Zum Einsatzgebiet der Wedeler Feuerwehr gehört auch die Elbe. Die Helfer sind mit zwei Mehrzweckbooten ausgerüstet, die vor allem während der Sommermonate gebraucht werden. 2016 sind nach Aussage Kochs alle Vorfälle glimpflich ausgegangen. „Aber es ist teils erschreckend, mit welcher Unkenntnis sich Wassersportler auf die Elbe wagen“, sagt Koch. Die Elbe ist eine Bundeswasserstraße, ein Seeschifffahrtsweg. Und sie ist ein Tidengewässer mit schwer einzuschätzenden Strömungen. „In einem Fall verlor eine Segelyacht bei schlechtem Wetter ihr Ruder. Die drei Herren an Bord fielen uns zuerst auf, weil sie ihre aufblasbaren Schwimmwesten unter ihren Wetterjacken trugen. Dort nützen sie wenig. Beim Versuch, eine Leinenverbindung zum Havaristen herzustellen, mussten wir dann feststellen dass keiner der drei in der Lage war, eine Leine am Boot zu befestigen.“

Eine andere Segelyacht habe in völliger Unkenntnis des Reviers versucht, den Weg zum Hamburger Yachthafen abzukürzen. Sie sei auf einem Stack hängengeblieben.

Die Einsatzkräfte rücken auch aus, wenn Umweltverschmutzung droht. „2016 war ein Jahr der Ölspuren“, sagt Koch. Schwerster Fall: Ein Bus hatte auf dem Busbahnhof Hydrauliköl verloren. „Mehrere Kameraden waren etliche Stunden damit beschäftigt, Bindemittel zu verteilen.“ Eile war geboten. Die Oberflächenentwässerung dort mündet in die Wedeler Au. Am Ablauf mussten Ölsperren und Öl absorbierendes Material verteilt werden. „In einem anderen Fall verlor ein Transporter Öl, das sich entlang seiner Route durch das halbe Moorweggebiet verteilte. Auch dort dauerte es mehrere Stunden, bis alles beseitigt war.“

Haften muss in solchen Fällen, falls ermittelbar, der Verursacher. Und wenn zwei Dutzend Feuerwehrleute mehrere Stunden lang Ölbindemittel ausbringen, das von mehreren Mitarbeitern des Bauhofs entsorgt wird, Maschinen gereinigt und Schilder auf- sowie abgebaut werden müssen, kann das teuer werden. Koch sagt: „Daran sollten alle denken, wenn sie 20 Euro für eine neue Ölleitung sparen wollen.“

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erstellt am 25.Apr.2017 | 12:10 Uhr

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