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Blütenmeer und Schneegestöber : Deutlich weniger Besucher auf dem Schachblumenfest

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Zum Schachblumenfest sind am Sonntag deutlich weniger Besucher gekommen als in den Vorjahren. Dennoch: Der Botanische Rarität verzauberte.

Hetlingen | Trotz nächtlichem Schnee und gelegentlichem Hagel hat das Purpur und Weiß des Hetlinger Schachblumenfests gestern Liebhaber auf die 60.000 Quadratmeter großen Wiesen angelockt. Mit etwa 120.000 Blumen ist es ein durchschnittliches Jahr. Jochen Steinhardt-Wulff, Experte der Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz (ARGE), beantwortete Besuchern an der Wiese Fragen und klärte über die Flora-Rarität auf.

In Südeuropa hat die Schachblume die Eiszeit überdauert so Steinhardt-Wulff. Von Mönchen wurde sie aus Frankreich nach Deutschland gebracht. Im Nachbarland wächst sie im Loire-Tal mit an manchen Stellen bis zu 80 Exemplaren pro Quadratmeter besonders üppig. „Auf die Zahl werden wir wohl nicht mehr kommen“, sagte Steinhardt-Wulff augenzwinkernd. Die bis zu vier Blumen pro Quadratmeter sind für die renaturierten Flächen in Hetlingen bereits ein großer Erfolg, von dem auch Lerchen und Braunkehlchen profitieren. Auf Rotschenkel und Kiebitz hofft Steinhardt-Wulff noch.

Das Liliengewächs birgt manches Mysterium: Untersuchungen haben gezeigt, dass die unvorhersehbare Fülle der Blüte sich auf Wiesen in Hetlingen, Hessen und Bayern ähnelt. „Bei allen Flächen verlaufen die Blüte-Kurven gleich“,so der ARGE-Vertreter. Kerstin Donner vom Nabu-Pinneberg ärgerte sich über den matschigen Zuweg zu den Schachblumenwiesen: „Das ist nicht besucherfreundlich.“ Viele Gäste quälten sich mit unpassendem Schuhwerk durch den Matsch. Die Wasser- und Schiffsverwaltung, der die Wiesen gehören, hatte den Weg eigens präpariert. „Ein privater Landwirt hat ihn sogar nachgearbeitet“, sagte Haseldorfs Elbmarschenhaus-Chefin Edelgard Heim.

ARGE-Chef Ralf Hübner bat um Verständnis: „Man kann bei dem Wetter leider keinen guten Weg erwarten.“ Er war froh, dass überhaupt Menschen gekommen waren. „Der Klimawandel schlägt auch in Hetlingen durch. Wir haben im Schneetreiben aufgebaut“, sagte Hübner. Zwar sei es lediglich ein Drittel der üblichen Besucher geworden, die aber seien sehr interessiert. „Trotz dieses Wetters sind sogar viele mit Fahrrad gekommen“, freute sich Michael Rahn über die erfolgreiche Aufforderung, mit eigener Muskelkraft zum Fest zu kommen. Renner waren auch diesmal die Schachblumen, die am ARGE-Stand gekauft werden konnten. Jedes Jahr wird die Anzahl erhöht: um 50 auf diesmal 400. Die geringere Besucheranzahl war kein Problem: „Wir haben nur länger welche“, sagte Elke Unruh mit Blick auf die sich leerenden Tische.

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