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Urgestein der Hamburger Kleinkunstszene : Des Querdenkers kuriose Kapriolen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Hans Scheibners satirischer Jahresausblick im Theater Wedel bringt zum Lachen - und zum Nachdenken.

Kaum auf der Bühne, ging es gleich in die Vollen: Mit einem Lied über die „Muttis der Nation“ (Merkel und von der Leyen) stimmte Kabarettist Hans Scheibner das Publikum bei seinem Jahresausblick „Auf ein Neues!“ am Dienstagabend im Theater Wedel ein – und ließ dabei schon fast Schunkel-Stimmung aufkommen.

In einem satirischen Parforceritt vollzog er zunächst einen Rundumschlag gegen GroKo, Pofalla („Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“), Merkel („Plant sie eine deutsche Atombombe? Physikerin. Ossi. Wer weiß?“) und Geheimdienste, um sich dann den Absurditäten des prallen Lebens zu widmen.

„Alles hängt mit allem zusammen“

Die meisten der überwiegend zur Generation 50plus gehörenden Gäste wussten, was auf sie zukam. Viele zählten sich zu langjährigen Fans des altgedienten Kabarettisten („Bin schon das dritte Mal hier“) und sorgten mit ihrer schmunzelnden Vorfreude für eine angeregt-aufgeregte Grundstimmung.

Zum Programm des Urgesteins der Hamburger Kleinkunstszene gehörten aktuelle Betrachtungen genauso wie Altbekanntes, aber: „Das macht doch nichts, das merkt doch keiner“, wie Scheibner an anderer Stelle mal intonierte. Und zwischen Pferdefleisch-Witzen und Kanzlerinnen-Bashing folgten dann auch schon mal Geschichtchen zum Nachdenken.

Dem Publikum im ausverkauften Saal am Rosengarten 9 gefiel es so, und es spendete immer wieder spontan Applaus für Scheibners schnurrige Kapriolen. „Alles hängt mit allem zusammen“, wie er selbst mehrmals am Abend formulierte. Dass er sich den Mund immer noch nicht verbieten lässt, zeigte sein Sinnieren über die Begriffe Zigeunerschnitzel, Jägerschnitzel und Hausfrauensoße, wobei ihm die Zigeuner lieber als die Jäger seien, wie er betonte.

Dabei ist der Querdenker und Dickschädel selbst auch etwas in die Jahre gekommen. „Dass der sich noch so viel merken kann in seinem Alter“, so ein Kommentar einer Zuhörerin in der Pause erstaunt, „und trotzdem dabei so beweglich im Kopf ist. Super.“

Das Gros der Besucher war jedenfalls zufrieden mit dem Dargebotenen und machte sich nach zwei Stunden gut gelaunt auf den Heimweg.

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erstellt am 16.Jan.2014 | 16:00 Uhr

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