Verkehrs- und Lärmprobleme : Der Wedeler Hafen – ein rechtsfreier Raum?

Seit Fertigstellung des Hafenumbaus vor drei Jahren gebe es fortwährend Beschwerden, sagen Wolfgang Rüdiger (links) und Friedhelm Michalke.

Seit Fertigstellung des Hafenumbaus vor drei Jahren gebe es fortwährend Beschwerden, sagen Wolfgang Rüdiger (links) und Friedhelm Michalke.

SPD-Politiker beklagen als Anwohner Verkehrs- und Lärmprobleme und werfen der Verwaltung Untätigkeit vor.

shz.de von
08. August 2018, 12:00 Uhr

Wedel | Schöner neuer Schulauer Hafen: Die Hoffnung darauf haben Friedhelm Michalke und Wolfgang Rüdiger noch nicht aufgegeben. Das Bild, das die SPD-Politiker als direkte Anwohner zeichnen, ist jedoch ein anderes. Aus Sicht der Bewohner des Hafenumfelds habe sich eine Art rechtsfreier Raum entwickelt, sagen die beiden, und das mit Wissen und unter den Augen einer untätigen Verwaltung.

Seit Fertigstellung des Hafenumbaus 2015 gebe es fortwährend Beschwerden, so Michalke. Beschwerden über Verkehr, über Gefahren, über Lärm von Feiervolk. Michalke spricht von „Rücksichtslosigkeiten gegenüber allen, die sich hier aufhalten wollen“ und nennt Beispiele. Etwa das von einer mutmaßlichen Hochzeitsgesellschaft, die ihre Autos trotz Durchfahrtverbots auf der Ostmole geparkt und in großem Zelt auf der Strandbad-Wiese gefeiert hätten. Lautstark und bis weit in die Nacht. Oder Motorradfahrer, die Slalom um die Laternen fahren – auf den hellen beschichteten Bodenplatten. Widersinnig ist aus Sicht von Michalke und Rüdiger zudem, dass zwar alle Hafenzufahrten mit dem Durchfahrt-verboten-Verkehrszeichen beschildert sind, die Stadt aber dennoch einen Motorradstellplatz neben dem Hafenmeisterhaus ausweist.

Reisebusse und zu schnelle Autos

Die Probleme würden sich indes nicht allein auf das direkte Hafenumfeld beschränken, sondern auch auf die Verkehrsflächen im weiteren Umfeld. Reisebusse, die im Halteverbot halten und im Parkverbot parken, zu schnelle Autos, Radfahrer auf Bürgersteigen, das alles in einem Gebiet, das vor allem am Wochenende ein starker Besuchermagnet ist. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich am Hafen ein schwerer Unfall ereigne, fürchten die Sozzialdemokraten.

Was sie vor allem ärgert, ist die Haltung der Stadt: „Wenn ich mit dem Auto hier vor dem Haus falsch parke, habe ich sofort ein Knöllchen. Aber ein paar Meter weiter am Hafen passiert nichts“, ärgert sich Michalke. Selbst von Seiten der Polizei gebe es keine Sanktionen. Und bei der Stadt? Dort fühle man sich entweder nicht zuständig, sehe keinen Handlungsbedarf oder sage, man könne nichts tun, so die Betroffenen. Dies aber berge die Gefahr, dass der Schulauer Hafen mit negativen Ereignissen assoziiert werde oder in Verruf gerate. Die vielen Steuermillionen, die in das Projekt geflossen seien, verlangten jedoch etwas anderes, so Michalke und Rüdiger.

Bislang keine Lösung gefunden

Auf shz.de-Anfrage bestätigte am dienstag Stadtsprecher Sven Kamin, dass es bereits mehrfach Gespräche mit Anwohnern über die aufgezeigten Probleme am Hafen gegeben habe. Bislang sei es jedoch noch nicht gelungen, Lösungen zu finden. Ein erhöhter Überwachungsdruck etwa, um Verstöße gegen Verbote oder Nutzungsordnungen zu ahnden, sei von der Stadt personell nicht zu leisten. Kamin verdeutlichte jedoch: „Wir bleiben dran und nehmen auch die Hinweise ernst.“

Michalke und Rüdiger kündigten unterdessen an, das Thema über ihre Fraktion auch in die Ausschüsse zu tragen. Zu erreichen sind sie über die E-Mail-Adressen michalke@spd-wedel.de und ruediger@spd-wedel.de.

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