zur Navigation springen
Wedel-Schulauer Tageblatt

17. Dezember 2017 | 11:40 Uhr

Wedel : Der TSV-Vorstand arbeitet die Krise auf

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ergebnis der Untersuchung: „Keine Anhaltspunkte für ein schuldhaftes Fehlverhalten von Vereinsverantwortlichen“.

shz.de von
erstellt am 05.Jan.2016 | 00:32 Uhr

Wedel | Schlussstrich unter ein turbulentes Krisenjahr für den Wedeler TSV: Gemeinsam mit dem ausgeschiedenen Vereinsvorsitzenden Jürgen Brenker und Ex-Finanzchef Sven Hannemann haben Vorsitzender Matthias Dugaro, der Leiter Finanzen Sven Behrendt und Vereins-Vize Gerd Jungbludt sowie die Rechnungsprüfer die Finanzmisere des TSV analysiert. Ihr Ergebnis: Die Finanz-Probleme des Vereins waren die Folge „unglücklicher Umstände“. Für ein „schuldhaftes Fehlverhalten von Vereinsverantwortlichen“ gebe es keine Anhaltspunkte, heißt es in einer gestern veröffentlichten Erklärung.

Eine unglückliche Kombination von reduzierten städtischen Zuschüssen, einem erheblichen Verlust an Mitgliedern sowie hohen Kosten für das Vereinsheim habe in die Krise geführt, heißt es in der Mitteilung. Die Stadt hatte im Zuge der Haushaltskonsolidierung die Zuschüsse für den TSV um 30 Prozent zurückgefahren. Zudem hatte der Vorstand während der Jahreshauptversammlung im März bereits wegen hoher laufender Kosten und einem Sanierungsstau beim Vereinszentrum in der Bekstraße Alarm geschlagen. Und was den Mitgliederschwund angeht: Auf Nachfrage sagte Behrendt, dass der TSV allein 2015 insgesamt zehn Prozent eingebüßt hat. Aktueller Stand: 2600 Mitglieder, Tendenz wieder ganz leicht steigend, so Behrendt.

Wie berichtet musste der Verein bereits nach der im März beschlossenen Erhöhung der Beiträge um einen Euro zahlreiche Austritte verkraften. Eine Beitragssteigerung, die dazu noch nicht ausreichte, so die Analyse. Darin heißt es, dass sich der Vereinsrat bereits im Dezember 2014 „trotz deutlichster Hinweise auf finanzielle Engpässe gegen die vom Vorstand gewünschte Erhöhung der Grundbeiträge für Erwachsene um zwei Euro monatlich“ ausgesprochen hatte. Auch die Mitgliederversammlung habe lediglich die „moderate Erhöhung um einen Euro“ beschlossen – die sich als zu gering erwiesen habe.

In ihrem Resümee kommen alter und neuer Vorstand daher auch zu dem Appell, dass Vorstand, Vereinsrat, Abteilungsleiter und Mitglieder zusammenstehen und den TSV positiv präsentieren müssten. Viele Auseinandersetzung der vergangenen Monate hätten dem Verein geschadet, der Ruf habe gelitten. Nur wenn der TSV sich wieder als Einheit betrachte, werde er in ruhigeres Fahrwasser kommen.

Die drohende Insolvenz ist vom Tisch

Das ist, was die Finanzsituation angeht, bereits erreicht. Die drohende Insolvenz ist vom Tisch. Laut Behrendt kann die begrenzte nochmalige Beitragserhöhung um bis zu 80 Prozent, mit der sich der Verein Luft verschafft hat, wie geplant im März zurückgenommen werden. Wie die neuen Beträge dann aussehen, werde in den kommenden Wochen berechnet. Klar ist: „deutlich geringer“, so Behrendt.

Mit Anmietung des Obergeschosses des Vereinsheims durch die Stadt zur Flüchtlingsunterbringung hat sich der TSV letztlich wichtige Einnahmen gesichert. Geld fließt bereits, so Behrendt. Die Verträge laufen über fünf Jahre. Laut Sozialamtsleiter Oliver Wleklinski sind schon die ersten sechs Asylsuchenden im ehemaligen TSV-Bettenhaus eingezogen. Bis zu 25 Personen können dort untergebracht werden, sobald die Umbau-Arbeiten abgeschlossen sind.

Die Geschäftsstelle hat der Verein zwischenzeitlich in die neue Halle an der Schulauer Straße verlegt – und mit einer neuen Leitung besetzt. Wolfgang Kärgel hat den Posten von Britta Ufer übernommen. Ein TSV-Mitglied, das fachliche Kompetenz mit viel TSV-Wissen verbinde, heißt es in der Presseerklärung. Kärgel kann Tätigkeit im Vereinsrat und als Leiter der größten Abteilung – Turnen – vorweisen. Er sei ein Integrationsperson und auch in Wirtschaftsbelangen beschlagen, so Behrendt.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen