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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. Oktober 2017 | 21:49 Uhr

Der Schlussakkord im Barlach-Saal

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Umjubeltes Abschiedskonzert von Ian Mardon und dem Jugend-Orchester

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Viel Beifall gab es für das Wedeler Jugend-Orchester, als dessen letzter Ton im Barlach-Saal am Tinsdaler Weg verklungen war. Gleichzeitig ging damit eine Ära zu Ende: Das in Kooperation zwischen Wedeler Musikschule und Johann-Rist-Gymnasium entstandene Ensemble spielte seine Abschiedsvorstellung, weil die Zusammenarbeit von letzterem aufgekündigt worden war.

Darüber hinaus wird der Dirigent, Profi-Geiger Ian Mardon, Wedel nach elf Jahren verlassen. Der gebürtige Kanadier, seit 18 Jahren in Deutschland, zieht in den Hamburger Süden nach Neugraben. „Das Eine hat aber mit dem Anderen nichts zu tun“, betont er. „Die Ereignisse fielen halt so zusammen.“ Der neue Wohnort passt für ihn und seine Familie besser und bis Wedel wäre es eh etwas weit gewesen.


Neues Ensemble mit weiterem Rahmen


Zu den Hintergründen für den Rückzug des Gymnasiums mochte sich keiner so recht äußern und Musikschul-Chef Michael Schröder schaut stattdessen lieber optimistisch in die Zukunft: „Wir planen etwas Neues, voraussichtlich geht es damit Anfang Sommer los.“ Ein Orchester im rein klassischen Stil wie bisher wird es nicht sein, der Rahmen von Musik und Instrumenten soll weiter gefasst werden.

Musikalisch sei eine große Bandbreite zu erwarten, quasi von Rap bis Klassik, denn auch Gesang wird in Zukunft mit einbezogen. Da das Projekt sehr umfangreich ist und auch die Finanzen dafür abgeklärt werden müssen, brauche es einige Vorlaufzeit. „Aber dann legen wir mit neuem Schwung los“, heißt es. Allerdings haben jugendliche Nur-Klassikfans, die nicht auf das Wedeler Gymnasium gehen, in Zukunft ein Problem.

Nichtsdestotrotz spielte das Wedeler Jugend-Orchester zum Abschied nochmal engagiert auf. Zum Auftakt gab es ein Pop-Concerto von Daniel Hellbach, das die Crew flott und gekonnt servierte. Etwas schwerer hingegen tat man sich mit dem „Siegfried-Idyll“. Richard Wagner mal sanft und skurril – das war schon eine Herausforderung. Als es geschafft war, faltete Mardon die Hände und schickte offensichtlich ein kurzes Dankgebet gen Himmel.

Erleichtert ließ das Orchester mit „Tetris“ ein russisches Volkslied folgen. „The Misty Mountains“ aus „Der Hobbit“ von Howard Shore sowie „Game of Thrones“ von Ramin Djawadi und „World of  Warcraft“ von Brower, Duke und Hayes rundeten die Aufführung ab. Nicht nur vom Publikum gab es Applaus, auch das Orchester bedankte sich so bei seinem Leiter, der nun zu neuen künstlerischen Ufern aufbricht.

Zusammen mit seiner Frau gibt es eine neue Symphonic Metal Band. Daneben unterrichtet Mardon Violin-Schüler und wird weiterhin mit den Hamburg-Chamber-Players auftreten. Insofern ist es ziemlich sicher, dass er auch in Zukunft hin und wieder in Wedel auftauchen und verschiedene Auditorien mit seinem virtuosen Geigenspiel begeistern wird.



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