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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. Oktober 2017 | 06:07 Uhr

Der Patient AstraZeneca erholt sich

vom

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Wedel | Gute Aussichten bei einem von Wedels größten Steuerzahlern: "Wir werden die Talsohle bald durchschritten haben und sind wieder auf Wachstumskurs", sagte Dirk Greshake, neuer Geschäftsführer von AstraZeneca-Deutschland, bei einem Besuch des Kreis Pinneberger Bundestagsabgeordneten und Parlamentarischen Staatssekretärs im Innenministerium, Ole Schröder (CDU).

2011 war der Konzern wirtschaftlich ins Trudeln geraten. Als Ursache nannte der Konzern die Zwangsrabatte von bis zu 16 Prozent, den die Krankenkassen seit 2010 einfordern können. Laut Unternehmenssprecher Florian Dieckmann hat AstraZeneca dadurch rund 300 Millionen Euro zwischen 2010 und 2013 verloren. Verschärfend liefen verschiedene Patente aus, die der Konkurrenz die Produktion von wirkstoffgleichen und meist günstigeren Kopien - sogenannten Generika - erlaubt.

Der Pharma-Riese schob ein Sparprogramm an. In Deutschland wurde fast ein Drittel der Belegschaft abgebaut. Zudem trieb AstraZeneca die Forschung weiter voran. "Wir haben einige vielversprechende Medikamente in der Pipeline", sagte Dieckmann.

In der Deutschland-Zentrale des Konzerns in Wedel werden pro Jahr rund 40 Millionen Packungen verschiedener Medikamente produziert. Die Heilmittel werden zur Therapie bei verschiedenen Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislaufs-Systems, Diabetes, Infektionen, Krebs, psychischen Störungen und zur Schmerzbekämpfung eingesetzt. Seinen Gesamtumsatz für 2011 gab der britische Konzern mit 33,6 Milliarden US-Dollar an. Davon flossen mehr als fünf Milliarden US-Dollar in die Forschung und Entwicklung neuer Arzneimittel.

Eines der von AstraZeneca entwickelten Medikamente ist ein Grippe-Impfstoff für Kinder, der per Nasenspray verabreicht wird und laut Hersteller besser wirken soll. Ein breiter Einsatz werde jedoch durch die Ausschreibungen der Krankenkassen verhindert, so Dieckmann.

Bei seinem Besuch sagte Schröder dazu: "Gerade für die Versorgung der Kinder ist es wichtig, dass dieses Medikament bei den Ausschreibungen eine Chance hat und dadurch ein bestmöglicher Schutz besteht."

Die Nachricht vom Gesunden des Steuer-Riesen dürfte in Wedel für Erleichterung sorgen. Zur Erinnerung: Seit Ende 2011 steckt die Stadt in einer Gewerbesteuer-Krise und muss Ausfälle in Höhe von 18 Millionen Euro verkraften. In der Folge wurden Steuern erhöht und Politik und Verwaltung schnüren ein 4,5 Millionen Euro schweres Konsolidierungspaket.

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