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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. Oktober 2017 | 01:50 Uhr

Haseldorf : Der Kulturverein steht vor dem Aus

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Vorstand mangels Kandidaten nur noch kommissarisch im Amt. Frist läuft: Posten müssen innerhalb eines Jahres besetzt werden.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Fast war es zu erwarten gewesen, aber die bittere Tatsache, dass sich wirklich niemand fand, der in Zukunft im Vorstand des Kulturvereins Haseldorfer Marsch die Verantwortung übernehmen will, löste während der Mitgliederversammlung dann doch eine Welle der Bestürzung aus. Von den 29 Anwesenden – darunter der Haseldorfer Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU), sein Stellvertreter Boris Steuer (SPD) und Rolf Herrmann, Bürgermeister von Haselau – waren 26 stimmberechtigte potenzielle Ehrenamtliche.

Den Vorsitz führte die Vizechefin Maria Westphal, welche seit der Erkrankung des ersten Vorsitzenden Nils-Peter Rühl im September 2013 neben ihren eigenen Aufgaben auch seine Arbeit im Verein mit übernommen hatte. Sie bedankte sich bei den 160 Mitgliedern des Vereins für finanzielle oder tatkräftige Hilfe und lobte ihre treuen Mitstreiter im Vorstand für gegenseitige Unterstützung auf allen Ebenen und ihre hervorragend ausgeübten Ämter. Wilfried Kahnert sei als Schatzmeister und Wächter über die alte Kate „unentbehrlich“. Inge Drewes habe den Plattkrink „vorbildlich“ weitergeführt. Ilse von Stamms große und kleine Veranstaltungen seien „bis auf das letzte I-Tüpfelchen“ ausgeführt gewesen. Und ohne Barbara Rühl sei die Kreativ-Werkstatt nicht vorstellbar.

Westphal – bei bester Gesundheit und erfrischend offen – machte die bange Frage nach der Zukunft des Kulturvereins bis Punkt zehn der Tagesordnung spannend.

Sie blickte zurück auf ein gut verlaufenes Jahr 2014 mit vielen Aktivitäten und Veranstaltungen in der historischen Kate. Weiterhin gab sie einen Ausblick auf 2015, dem Jubiläumsjahr des Vereins. Sein 20-jähriges Bestehen möchte der Kulturverein am 14. Juni auf dem Kulturtag gemeinsam mit allen Haseldorfer Vereinen feiern, denn auch die Gemeinde hat Geburtstag. Haseldorf wird 825 Jahre alt.

Mit dieser Ankündigung machte Westphal klar, dass das Jahr erst einmal so weiter laufen würde wie bisher. Allerdings kam sie damit auch auf den Punkt der Zukunft der Kate zu sprechen und damit zu den Wahlen. Zu besetzen war der Posten des Ersten Vorsitzenden. Rühl tritt nicht mehr an. Schweigen war die Antwort. Weiterhin ist auch der Posten des Zweiten Vorsitzenden vakant – Westphal tritt ebenfalls nicht mehr an. Wieder Schweigen. Ebenso bei der Nachfrage nach einem Schatzmeister. Die Anwesenden fühlten sich zu alt für das Amt oder hätten keine Zeit dafür. Ehrenämter scheinen heutzutage nicht mehr sehr gefragt zu sein, stellte Westphal enttäuscht fest, denn auch alle bisherigen Nachfragen bei möglichen Kandidaten verliefen im Sande. Der Vorstand hatte schon vor einiger Zeit signalisiert, dass nach 20 Jahren für sie alle Schluss sein würde, aber sie weiter beratend im Hintergrund zur Verfügung stehen würden.

Der rechtliche Stand für den Kulturverein Haseldorfer Marsch sieht nach der erfolglosen Wahl so aus, dass er in der jetzigen Besetzung noch ein Jahr kommissarisch weiter geführt werden kann. Sollte sich innerhalb dieser Zeit kein neuer Vorstand gefunden haben, bedeutete es das Ende für die Pioniere des ersten Kulturvereins aller umliegender Dörfer. „Ich mag es mir gar nicht ausmalen, dass die Bandreißerkate mit dem Kulturverein nicht mehr existieren könnte“, so fasste Schölermann das Desaster zusammen.

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