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Wedel : Der Kohlemeiler hat noch nicht ausgeraucht

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Vattenfall-Anlage: Das Ende der Betriebszeit ist offen.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2015 | 12:15 Uhr

Wedel | „Die Ertüchtigung des Kohlekraftwerks Wedel ist endgültig vom Tisch. Es wird abgeschaltet“: Die Aussage von Hamburgs Grünen-Fraktionschef in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur ließ aufhorchen in Wedel. Und sie ließ Fragezeichen aufkommen. Zumal kurz nach der Aussage Wedels Bürgermeister Niels Schmidt in politischen Gremien der Stadt mitteilte: Vattenfall habe bereits Entscheidungen über Millionen-Investitionen getroffen, um den alten Kohlemeile weiterbetreiben zu können. Grund genug, bei dem Energie-Konzern selbst nachzuhaken.

Wohlgemerkt: Mit seiner Aussage schließt Kerstan lediglich den dauerhaften Fortbetrieb des alten Meilers zur Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens aus. Dies sei vorher keineswegs sicher gewesen, so der Grünen-Politiker in seinem Interview.

Sicher dagegen ist, dass so schnell nicht Schluss sein wird mit der Steinkohle-Anlage aus den 1960er Jahren. Auf Anfrage unserer Zeitung nach der Mindestlaufzeit erklärte Vattenfall-Sprecherin Barbara Meyer-Bukow: „Derzeit gibt es außer dem Heizkraftwerk in Wedel keine Erzeugungsanlage, mit der die Wärmeversorgung des Hamburger Westens sichergestellt werden kann. Das Heizkraftwerk wird also so lange betrieben werden müssen, bis es eine Nachfolgelösung für die Wärmeversorgung der rund 180.000 von der Anlage versorgten Wohneinheiten gibt.“ Und Meyer-Bukow stellt nochmals klar: Eine Entscheidung für eine Nachfolgelösung für das Kohlekraftwerk Wedel liege nicht bei Vattenfall, sondern bei der Stadt Hamburg.

Was aber hat es mit Millionen-Investitionen zwecks Ertüchtigung auf sich, die beschlossen sein sollen? „Wir investieren laufend in die Anlage, damit sie auf einem technischen Stand bleibt, der einen zuverlässigen und sicheren Betrieb ermöglicht und der den aktuellen Erfordernissen und gesetzlichen Anforderungen entspricht“, so die Antwort der Vattenfall-Sprecherin. In einem eigenen Projekt würden sich Fachleute damit beschäftigen, welche Maßnahmen zur schrittweisen Modernisierung erforderlich seien, bis eine Ersatzlösung greife. Zur Investitionssumme wollte Meyer-Bukow „vor Vergabe der Aufträge“ keine Angaben machen.

Die Pressereferentin bestätigte indes, dass sich die Ertüchtigung auch auf die Ladekran-Anlage erstreckt. Diese Arbeiten sollen im April in Angriff genommen werden und „dienen nur der Reduzierung der Lärmemission“. Laut dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) als zuständige Kontrollbehörde wurden 2014 unter anderem durch die Entladevorgänge die zulässigen Lärmwerte an der Anlage überschritten. Vattenfall hatte daraufhin mit der Umsetzung von Schallschutzmaßnahmen begonnen.

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