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Wedel : Der Jugendbeirat will die Wahlbeteiligung junger Menschen steigern

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Wedeler Jugendbeirat will Wahlbeteiligung durch gezielte Informationspolitik steigern. Hürden für Kandidatur sollen abgebaut werden.

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Wedel | Stinkende Schultoiletten und schlechte Busverbindungen – der Jugendbeirat Wedel setzt Themen. Das Gremium ist in der Stadt angekommen. Um noch mehr Gleichaltrige anzusprechen und ein demokratischeres Wahlverfahren zu ermöglichen, strebt der Beirat nun eine neue Wahlordnung und Satzung an. Die Ausschüsse haben bereits Grünes Licht gegeben. Stimmt der Rat morgen zu, würden die Änderungen bereits in Kraft treten, wenn im Januar 2015 junge Wedeler ihr Kreuzchen machen.

„Mit der Wahlbeteiligung waren wir in der Vergangenheit nicht zufrieden“, sagt Beiratsmitglied Julian Fresch. Im Jahr 2012 gaben nur 10,9 Prozent der Jugendlichen ihre Stimme ab. Viele wüssten gar nicht, dass es den Beirat gebe, heißt es in der Vorlage für die Ratsversammlung. „Manchen Jugendlichen ist es auch nach vier Jahren noch nicht klar, was wir eigentlich für Arbeit machen“, so Fresch.

Daher sollen die 1400 wahlberechtigten Jugendlichen direkt angeschrieben und über die bevorstehende Wahl informiert werden. In dem Briefumschlag soll außerdem ein Wahlzettel stecken, den die jungen Wedeler nach Möglichkeit direkt ausgefüllt in den Schulen abgeben können. Bisher zog Jugendpflegerin Kirsten Zinner für die Wahl durch Wedels Schulen und stellte eine Urne auf. „Diese Wahlkisten waren aber oft sehr versteckt“, sagt Fresch. Die Briefaktion würde die Stadt zirka 750 Euro kosten.

Um mehr Kandidaten für den Beirat zu gewinnen, sollen außerdem künftig zwei Hürden wegfallen. Bisher musste jeder Jugendliche, der sich zur Wahl stellte, von fünf potenziellen Wählern mit einer Unterschrift unterstützt werden. Diese Bedingung wird nun gestrichen. Auch ein offizieller Wohnsitz innerhalb Wedels ist nicht mehr nötig – auch wenn weiterhin erwünscht ist, dass der Lebensmittelpunkt in der Rolandstadt liegt.

Mehr Kandidaten sollen also her – gleichzeitig ist geplant, den Jugendbeirat zu verkleinern. Statt wie bisher maximal 19 soll das Gremium nur noch 13 Mitglieder haben. Der Vorstand würde dann nur noch aus vier statt fünf Mitgliedern bestehen, Jungen und Mädchen sollen gleichstark vertreten sein. Der Hintergedanke: Nur wenn es auch genug Kandidaten gibt, die nicht gewählt werden, sind die Sieger auch demokratisch legitimiert.

Junge Wedeler von 14 bis 21 Jahren haben seit 2010 die Möglichkeit, sich im Jugendbeirat der Stadt zu engagieren. Die Nachwuchspolitiker können Ideen und Vorschläge in den Ausschüssen der Stadt vortragen. Ein Stimmrecht haben sie dort zwar nicht, doch sie sind direkt dabei, wenn in ihre Belange eingeriffen wird, wenn Gelder gekürzt oder Stellen gestrichen werden. Der Beirat scheut sich dabei nicht, Missstände direkt anzusprechen. Wie im Fall der übelriechenden Schultoiletten, als die Nachwuchspolitiker die Zustände in einem offenen Brief an die Stadt anprangerten.

Die Ratsversammlung der Stadt Wedel tagt morgen ab 19 Uhr im Rathaus, Rathausplatz 3.
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