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Wedel-Schulauer Tageblatt

12. Dezember 2017 | 23:28 Uhr

Wedel : Der Heimatbund steht vor dem Aus

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Wedeler Ortsverein findet keine Kandidaten für die Besetzung des Vorstands. Mitgliederversammlung am Freitag, 10. April.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2015 | 12:15 Uhr

Wedel | Im 40. Jahr des Bestehens droht dem Wedeler Ortsverein des Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds (SHHB) das Aus. Am Freitag, 10. April, steht die Jahreshauptversammlung an. Noch sind alle Vorstandsposten vakant. „Wenn wir keinen Vorsitzenden finden, müssten wir den Verein wohl auflösen“, sagt die derzeitige Amtsinhaberin Erika Wildgruber im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Beschluss zur Auflösung steht bereits am Freitag auf der Tagesordnung.

Die gebürtige Wedelerin hatte den Posten erst vor einem Jahr von Kurt Siska übernommen. Sie betont: „Ich habe mich immer nur als Übergangslösung gesehen.“ Bereits im letzten Rundbrief an die Mitglieder hatte Wildgruber um Vorschläge für die Vorstandsposten gebeten – ohne Erfolg. Als Grund sieht das Heimatbund-Urgestein das Alter der Mitglieder. „Im aktuellen Vorstand sind wir alle zwischen 70 und 90 Jahren alt“, betont Wildgruber. Der gesamte Ortsverein sei überaltert. Jüngerer Nachwuchs, wie eine 15-Jährige, seien der Einzelfall. So ist die Mitgliederzahlen mittlerweile auf 148 gesunken. Davon nehme aber nur ein kleiner Teil noch aktiv am Vereinsleben teil, so Schriftführerin Björg Wente. Wildgruber erinnert sich: „Es waren einmal mehr als 200 Mitglieder.“ Die Trachtentanzgruppe, ein Aushängeschild des Wedeler Ortsvereins, habe ihren Auftritt beim diesjährigen Ochsenmarkt bereits absagen müssen, weil nicht genug Tänzer zur Verfügung stehen.

Der Mitgliederschwund sei ein Problem für viele Vereine. „Die Gesellschaft hat sich gewandelt. Viele Berufstätige sind erst um 19 Uhr zu Hause, das Internet bestimmt das Leben“, stellt Wildgruber fest. Für einen Heimatverein im Einzugsbereich der Metropole Hamburg sei es besonders schwierig, Nachwuchs anzuziehen, räumt die Vorsitzende ein: „Auf den Dörfern klappt das besser.“ Sie befürchtet, dass das Wort „Heimat“ für manche Menschen mittlerweile negativ besetzt sei. Andererseits gebe es viel positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung bei traditionellen Veranstaltungen wie dem Aufstellen des Maibaums. „Auch unsere plattdeutschen Nachmittage sind immer noch gut besucht.“

Sollte am Freitag keine Lösung gefunden werden, greift der Verein am 22. Mai zu einem letzten Strohhalm: Dann ist eine außerordentliche Mitgliederversammlung angesetzt, bei der noch einmal nach neuen Vorständen gesucht wird. Es könnte die letzte Zusammenkunft des Heimatbunds in der Rolandstadt sein.

Der Wedeler Ortsverein des Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds wurde 1975 gegründet. Ein Aushängeschild ist die Trachtentanzgruppe, die in traditioneller Wedeler Tracht, nach alten Vorbildern geschneidert, auftritt. Jeden zweiten Donnerstag im Monat bietet der Verein im Gartenhaus des Stadtmuseums die Möglichkeit Platt zu sprechen. Mitglieder des Vereins übernehmen auch Führungen im Stadtmuseum. Regelmäßige Vorträge gehören ebenfalls zum Programm.
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