Wedel : Der Hafen und eine Flut von Fragen

So sehen die jüngsten Pläne für den Hafenumbau aus. Am Ostufer müssen die Architekten nun noch einmal ran.
So sehen die jüngsten Pläne für den Hafenumbau aus. Am Ostufer müssen die Architekten nun noch einmal ran.

Starke Resonanz auf Info-Abend zum Rahmenplan. Sorgen um Hochwasserschutz, Verschlickung und das Kopfgebäude im Mittelpunkt.

shz.de von
29. Januar 2015, 16:00 Uhr

Wedel | „Was wird aus Isi?“ Mit dieser Frage begann und endete die Publikums-Runde der Bürgerinfo-Veranstaltung zur Änderung des Rahmenplans Stadthafen Wedel. Die letzte Frage quittierten Publikum und Podium mit einem Lacher. Es blieb offen, ob der Fragesteller zu spät kam, augenzwinkernd einen Bogen zum Anfang der Runde schlagen und damit den Schluss provozieren wollte – oder schlicht zwischendurch eingenickt war. Bürgermeister Niels Schmidt jedenfalls antwortete in beiden Fällen: Isi’s Kultimbiss komme wahrscheinlich in die Nähe der alten Stelle beim Hafenmeisterhäuschen. Fest stehe: Da wo er jetzt ist – mitten auf der grünen Wiese – bleibe er nicht.

Gut 150 Bürger waren gekommen, um zu erfahren, wie es mit ihrem Hafen weitergeht. Weniger aufwendig, was den Umbau an sich angeht, stellten Schmidt, Bauamtschef Klaus Lieberknecht sowie Vertreter von Planer- und Baufirmen-Seite nochmals klar. Wie berichtet werden am Ostufer-Bereich Abstriche gemacht, um den Gesamtkostenrahmen von 31 Millionen Euro für das Städtebauprojekt nicht zu sprengen. Keine Verlegung der Flutschutzmauer (zu teuer), keine Kasematten (zu schwieriger und kostenintensiver Flutschutz): Es sind grundlegende Änderungen, die eine Fortschreibung des Rahmenplans nötig machen. Sonst gibt es keine Fördermittel – insgesamt rund 18 Millionen Euro.

Bei den Kasematten hakte niemand ein. Anders beim Flutschutz. Mächtig Gemurmel im Saal, als verdeutlicht wurde: Eine Verlegung der Mauer wird es nicht geben. Stattdessen seien Terrassen, Durchgänge und Übergänge geplant, um der Idee der Öffnung zur Stadt weitgehend zu entsprechen, so Lieberknecht auf Nachfrage. Und die Nutzung? Gastronomie, Eisbuden, Verkaufsstände, das Ganze mobil, erklärte der Bauamtschef: „Aber es gibt noch keine Details.“ Die sollen demnächst Architekten und Planer erarbeiten. Möglichst mit Durchbruch am Ende der Hafenstraße, so eine Anregung. Genau diese Stelle sei dafür vorgesehen, so der Bauamtschef.

Hochwasser war indes auch das Stichwort für den Teil des Hafens, der aktuell gebaut wird und 2015 fertig gestellt sein soll. Westufer und Quermole, wie sie aktuell zu sehen sind, seien zu flach, um dem Hafen Schutz zu bieten, so ein Einwurf.

Zwölf Überflutungen pro Winter vertretbar

Das Niveau werden auf drei Meter über dem Meeresspiegel angehoben, verdeutlichte Frank Spieckermann, der die Bauarbeiten koordiniert. Damit werde der Randbereich rund zwölfmal im Winterhalbjahr überflutet – vertretbar im Rahmen der Kosten-Nutzen-Rechnung, so der Ingenieur. Ein Sandeintrag vom Strandbaddamm werde dabei durch einen begrünten Wall im Westen verhindert, trat er Bedenken entgegen, der Hafen könnte zu oft verschlicken. Auch die neue Mole sei auf minimierten Schlick- und Sedimenteintrag ausgelegt, ergänzte Lieberknecht.

Theaterschiff-Intendant Hannes Grabau, ebenfalls im Saal, monierte dagegen zu geringe Höhen, die keinen ausreichenden Schutz für Anwohner und Schiffe im Hafen böten. Zudem liege die Mole zu niedrig, um sie zur Begehung freizugeben. Grabau: „Das ist Murks. So kann man nicht weiterbauen. Da muss etwas passieren.“ Alle Bauingenieure hätten gesagt, was dort geplant sei, sei hinsichtlich Flutschutz für die nächsten Jahrzehnte ausreichend, entgegnete Schmidt.

Ebenfalls offenkundig von verstärktem Interesse: die Hafenkopfbebauung. Ein Doppelturmbau mit sechs bis sieben Geschossen sei vorgesehen, so Lieberknecht. Erneut Unruhe und Raunen im ganzen Saal. Allerdings werde die Politik über die Höhen noch im B-Plan-Verfahren entscheiden, so der Bauamtsleiter auf Nachfrage. Baubeginn: frühestens in zwei Jahren. Ideal wäre ein Hotel an der Stelle, jedoch nicht zwingend. Klar sei jedoch, dass eine öffentliche Nutzung und kein Wohnungsbau gewünscht seien, sagte Schmidt. Näheres erhoffe sich die Stadt von der nächsten Ausschreibungsrunde für den Hafenbetrieb. Der soll möglichst zusammen mit dem Zuschlag für das Hafenkopfgebäude vergeben werden. Ergebnisse erhofft sich Wedel zum Frühjahr. Bereits in der Saison 2016 sollen nämlich wieder Schiffe im Schulauer Hafen anlegen.

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