Kirchstieg in Wedel : Der B-Plan steht vor Beschluss

„Marschkieker“ nennt Bauunternehmer Joachim Rehder sein Projekt, das er auf dem 7000-Quadratmeter-Areal am Geestrand realisieren möchte.
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„Marschkieker“ nennt Bauunternehmer Joachim Rehder sein Projekt, das er auf dem 7000-Quadratmeter-Areal am Geestrand realisieren möchte.

Breite Basis aus CDU, SPD und WSI trägt den Entwurf für eine bis zu vierstöckige Wohnbebauung. Satzungsvotum am Donnerstag.

shz.de von
21. April 2015, 12:15 Uhr

Wedel | Das städtische Grundstück Kirchstieg: 7000 Quadratmeter am Geestrand, die seit Jahren für reichlich Ärger und Diskussionen sorgen. Am Donnerstag soll die Politik nun einen maßgeblichen Schlussstrich ziehen – unter dem B-Plan-Verfahren, das auch bereits im Mai 2012 angeschoben wurde. Und alles sieht danach aus, dass diese Runde tatsächlich mit dem Satzungsbeschluss endet. Mit CDU, WSI und SPD votierte im Fachausschuss eine deutliche Mehrheit für den B-Plan, der den Weg freimachen soll für vier Mehrfamilienhäuser mit bis zu vier Geschossen.

Eben diesen Punkt kritisieren FDP und Grüne. Eine Wohnbebauung in dieser Konzentration sei ein „Bausünde sondergleichen“, sagte Martin Schumacher, planungspolitischer Sprecher der Liberalen, im Planungsausschuss. Das benachbarte Gauheim, das als Bezugspunkt für die Gebäudehöhen genommen wird, dürfe als solcher nicht gelten, sondern bleibe selbst eine „unverzeihliche städteplanerische Fehlentscheidung“. Auch die Grünen kritisieren die Massivität der Baukörper. Wie die FDP und die Linke als Dritter im Gegner-Bunde monieren sie zudem, dass die Frage der Erschließung ungeklärt sei. Das Konzept sei „verkehrlich undurchdacht“, so Grünen-Fraktionschef Olaf Wuttke. Privatfahrzeuge sollen über Rudolf-Höckner-Straße, Bau- und möglicherweise Rettungsfahrzeuge aber über den Kirchstieg fahren. Zudem solle der Fuß- und Radweg am Geesthang gegebenenfalls als Erschließung dienen können: Für Wuttke ist klar, dass die Frage der Zuwegung zu Konflikten führen wird.

Wie berichtet war das bereits in mehrfacher Hinsicht der Fall. Zum einen hatte Projektplaner Udo Möller, der den Bieterwettbewerb um das Grundstück zwar gewonnen, aber nicht die Kaufoption gezogen hatte, Fehler bei der Vermessung der Zuwegung über die Höckner-Straße moniert. Zum anderen wehren sich Anwohner sowohl der Höckner-Straße als auch des Kirchstiegs gegen eine Erschließungsnutzung ihrer Straßen. Der Rat tagt zu dem B-Plan-Beschluss öffentlich am Donnerstag, 23. April. Beginn ist um 19 Uhr im Ratssaal.

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