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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. November 2017 | 03:49 Uhr

Hetlingen : „Der AZV hat einen guten Ruf“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Christine Mesek ist seit April Vorstand des Abwasserzweckverbands Südholstein. Wechsel nach Hetlingen zum Branchen-Primus.

Hetlingen | Ein neuer Job, Umzug, eine millionenschwere Investition in die Zukunft und den Verkauf der Sparte Breitband – als Christine Mesek im April das Zepter beim AZV Südholstein von Vorstand Lutz Altenwerth übernimmt, stehen viele Aufgaben auf einmal zur Bewältigung an. Inzwischen ist sie angekommen – privat und beruflich. 

Mesek wohnt jetzt in Wedel, hat viele Gespräche geführt, beispielsweise mit Hetlinger Kommunalpolitikern. Wegen der Modernisierung der mechanischen Reinigungsstufe lagen bei den Bewohnern die Nerven blank, die Angst vor extremem Gestank war groß. „Wir schnüffeln in Hetlingen und hier auf dem Gelände jeden Morgen“, sagt Mesek. Bei der Hotline sei bisher nur ein Beschwerdeanruf eingegangen. Sie weiß um den Ärger in der Vergangenheit, will deshalb guten Dialog fördern.

Neun Jahre war Mesek Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Braunschweig. Raus aus der Großstadt, rein in die Marsch. Wieso? „Der AZV hat in der Branche einen guten Ruf“, sagt Mesek. Sie habe sich für den Zweckverband und die Region entschieden: „Hamburg, die Elbe, ich finde die Marsch toll.“

Eine Frau als Klärwerks-Chefin? Mesek lacht. So ungewöhnlich sei das gar nicht. Bei Ingenieuren für Wasser- und Umwelttechnik gebe es inzwischen fast mehr weibliche Bewerberinnen. Sie selbst sei in das Klärwerks-Metier quasi reingerutscht. Mathe Leistungskurs, nach dem Abitur in Ennepetal ein Studium des Bauingenieurwesens an der Bergischen Universität Wuppertal. „Es geht das Gerücht, ich hätte als Kind gern mit Lego und Bauklötzen gespielt“, witzelt Mesek. Der erste Job ist in der Kalkulationsabteilung der Technischen Direktion bei dem Pariser Bauunternehmen Vinci S.A. In Bratislava in der Slowakei ist sie als Bauleiterin verantwortlich für die Erstellung eines Einkaufzentrums. Dann der Branchen-Wechsel zur OEWA Wasser und Abwasser GmbH.

In der Region wird kräftig gebaut, Wedel plant derzeit an einem neuen Stadtteil mit 800 Wohneinheiten. Kommt das Klärwerk bald an seine Kapazitätsgrenze? Mesek schüttelt den Kopf. Der Wasserverbrauch sei rückläufig, es werde immer weniger Fremdwasser durch Fehlanschlüsse eingespeist: „Da müssten schon fünf Hamburger Stadtteile dazukommen – und das steht nicht zur Debatte.“ 

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