Den Stolperfallen auf der Spur

Die Höhe der Stufen war das Problem beim ersten Einsatz.
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Die Höhe der Stufen war das Problem beim ersten Einsatz.

„Wohnraumanpassung“ als Gemeinschaftsprojekt

shz.de von
08. August 2018, 16:00 Uhr

Es ist die kleine Stufe an der Terrassentür, das zu niedrige Bett, aus dem man nur noch schwer hochkommt, oder die Duschwanne, die plötzlich zur Hürde geworden ist: Wenn Menschen älter werden, wenn sich Gebrechlichkeit einstellt oder eine Krankheit den Bewegungsradius einschränkt, können sich die eigenen vier Wände zur Herausforderung entwickeln. Überall scheinen kleine Fallen zu lauern, über die man stürzen kann. Um sich zu Hause wieder sicher zu fühlen, muss man allerdings nicht gleich an Umzug denken. Oftmals gibt es kleine Lösungen für die großen Probleme, die zwar einfach, aber für den Laien nicht sofort auszumachen sind.

Hier will eine neue Gruppe einhaken, die sich zusammengetan hat, um Senioren so lange wie es irgend geht eine eigenständige Lebensführung zu ermöglichen. „Immer mehr Menschen möchten so lange wie möglich selbstbestimmt und selbstständig in ihrer vertrauten Wohnung wohnen“, sagt Wolfgang Abermeth vom Freiwilligen-Forum. Er ist einer von vier Ehrenamtlichen in Wedel, die sich zum Berater für Wohnraumanpassung haben ausbilden lassen. Weitere sechs kommen aus dem Hamburger Westen.

Für das gemeinsame Projekt „Wohnraumanpassung“ haben sich vier Hilfsorganisationen länderübergreifend zusammengetan. Neben dem Freiwilligen-Forum aus Wedel sind das die Nachbarschaftshilfe Kisinet aus Sülldorf/Iserbrook, die Zeitstifter „Gemeinde hilft!“ aus Blankenese und das Johannes-Netzwerk aus Rissen, das sich auch als Ansprechpartner für Anfragen nach Unterstützung und als Koordinierungsstelle zur Verfügung gestellt hat.

„Wir wollen nur beraten. Wir stellen keine Handwerker“, macht Maritta Henke vom Freiwilligen-Forum das Aufgabenverständnis der Ehrenamtlichen deutlich. „Es muss von den Leuten kommen, dass sie etwas ändern wollen. Wir wollen vermitteln“, sagt auch Abermeth. Kommt es zu einem Treffen, werden vor Ort die Schwierigkeiten mithilfe eines Fragebogens abgefragt. Zur Unterstützung dürfe gern eine zweite Person dabeisein, erläutert der Berater. Manchmal reichen einfache Hilfsmittel für eine schnelle Problemlösung. Unter ein Bett können beispielsweise Holzklötze geschraubt werden. Manchesmal ist eine Lösung aber auch diffiziler. Dann können die Betroffenen die Infos in Ruhe sacken lassen. Die Helfer kommen auch ein zweites Mal vorbei.

Neben Abermeth stehen aus Wedel Susanne Nielsen, Michael Thies und Corina Tonn für Hausbesuche zur Verfügung. Beraten können aber auch alle anderen Helfer aus dem Pool. Die Ideengeber verstehen sich als ein Gemeinschaftsprojekt.

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