Schultoiletten in Wedel : Den Schülern stinkt’s gewaltig

Julian Fresch ist Vorsitzender des Jugendbeirats.
1 von 3
Julian Fresch ist Vorsitzender des Jugendbeirats.

Der Jugendbeirat fordert von der Stadt eine Verbesserung der Sanitäranlagen.

shz.de von
18. Juni 2014, 12:15 Uhr

Wedel | „Uns Schülern stinkt’s“, sagt Julian Fresch, Vorsitzender des Jugendbeirats. Der Zustand der Wedeler Schultoiletten sei gar „eine Zumutung für alle Benutzer.“ Als Beispiel nennt er seine Schule, das Johann Rist Gymnasium (JRG). Eine schriftliche Anfrage des Jugendbeirats liegt zur heutigen Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport vor. Fresch und seine Mitstreiter wollen wissen, was die Stadt plant, um den Toilettengang wieder zumutbar zu machen und die Situation somit zu entspannen. Erläutert wird das in einem offenen Brief an Jens Zwicker vom Gebäudemanagement der Stadt.

Fresch sagt zu der Situation: „Für die Jungs der Mittel- und Oberstufe stehen drei Trockenpissoirs und drei Toiletten – eine davon mit unabschließbarer Tür – zur Verfügung.“ In dem sogenannten „Prollgang“ der Schule sind die Toiletten ganz abgeschlossen, waren nur zum Abitur geöffnet. Wenn man davon ausgehe, dass die Hälfte der 700 Schüler aus der Mittel- und Oberstufe männlich ist, dann wären das fünf Toiletten für 350 Schüler. „Zu wenig“, findet der 17-Jährige. Bereits wenn man nur die Tür zu den Herrentoiletten öffne, entgegne einem beißender Geruch. Um die Toiletten zu vermeiden würden die Schüler teilweise einhalten oder nichts trinken, so Fresch. „So entsteht eine negative Kausalkette, die sich auch auf die Lehrer auswirkt.“ Besonders geruchsintensiv seien die Pissoirs. Die aus Kunststoff bestehenden Becken haben keinen Wasserabfluss. Die Reinigung erfolgt durch eine chemische Lösung. „Gerade für die Unterstufe ist die Geruchsbildung ein Problem, die Klassenräume liegen direkt daneben“, sagt Fresch, der bisher auf eine Antwort von Zwicker wartet, der Brief ging am 16. Mai raus.

Zwicker sagt auf Tageblatt-Anfrage, dass die Antwort beim Ausschuss vorliegen wird. Entsprechende Baumaßnahmen soll es im Herbst geben.

Auch beim Direktor Claus Gilliard ist das Problem bekannt. „Ich bin froh, dass der Jugendbeirat das Thema angeschoben hat“, sagt er. Im Herbst sollen die Kunststoffpissoirs ausgetauscht und durch Porzellan oder Edelstahl ersetzt werden, so Gilliard. Des Weiteren sei eine Drainage nicht in Ordnung, ganz ersichtlich werde das aber erst, wenn der Boden aufgerissen wird. Mit dem aktuellen Neubau im JRG kämen außerdem wieder mehr Toiletten dazu. Und Gilliard ist zuversichtlich. Wenn die Stadt etwas verspreche, dann werde das erfahrungsgemäß eingehalten.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen