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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. August 2017 | 15:09 Uhr

Dem Wiesenvogel auf der Spur

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Carl-Zeiss-Station Nabu veranstaltet am 23. April das Kiebitzfest / Tier ist aus der Wedeler Au verschwunden

Er hat ein bunt schimmerndes Gefieder und einen Pinsel auf dem Kopf: der Kiebitz. Doch der putzige Vogel ist immer seltener zu beobachten. Er verschwindet mit seinen angestammten Lebensräumen. Der Nabu Hamburg hat ihn deswegen vor vielen Jahren zum Namensgeber für ein großes Fest an der Carl-Zeiss-Vogelstation in der Wedeler Marsch gemacht. Am Sonntag, 23. April, ist es wieder so weit.

Der Rückgang der Kiebitz-Populationen scheint rasant voranzuschreiten. „In diesem Jahr ist das Wedeler-Au-Tal das erste Mal ohne Kiebitze. Bislang hatten wir dort immer mehrere Paare beobachtet. Inzwischen kann man förmlich zusehen, wie Flächen verwaisen“, sagt Marco Sommerfeld, Leiter der Vogelstation. In der Marsch zwischen Hetlingen und Wedel lebten derzeit insgesamt 30 bis 35 Paare.

Mit ihren natürlichen Lebensräumen verschwinden auch die Kiebitze. Doch warum ihre Populationen auch in der Marsch gefährdet sind, wo doch wegen ausgedehnter Naturschutzflächen gute Bedingungen herrschen, ist nicht ganz klar. „Es fehlt der Nachwuchs. Füchse räubern manchmal mehrere Nester hintereinander aus“, sagt Sommerfeld. Über den zugewanderten Marderhund sagt er: „Wir kennen sein Fressverhalten noch nicht so genau. Aber es ist wohl davon auszugehen, dass auch der Marderhund den Druck auf die Kiebitz-Populationen erhöht.“

Am kommenden Sonntag besteht dann vielleicht die Chance, einen der wenigen Kiebitze vors Fernglas oder die Fotolinse zu bekommen. Der Nabu hat zahlreiche Führungen organisiert (siehe Infokasten). „Seit einigen Jahren gibt es bei uns auch den Young Birders Club der Naturschutzjugend mit 16 Aktiven aus Elmshorn, Uelzen, Norderstedt und Hamburg. Der Club bietet besondere Führungen für Kinder und Jugendliche an“, sagt Sommerfeld. „Es freut mich besonders, dass Jugendliche anderen Jugendlichen Naturschutzbelange näherbringen wollen“, sagt Sommerfeld. Außerdem gibt es in einer Rallye für Erwachsene und Kinder Preise wie Ferngläser und Abos für Vogelmagazine zu gewinnen. Ein Umweltmobil stellt Plätze zum Experimentieren und Mikroskopieren bereit.

Mit dabei ist auch der ADFC Wedel. Er informiert über seine Radtouren in der Umgebung. Außerdem kodiert der Club Fahrräder mit Klebe-Etiketten. Dabei bleibt der Rahmen des Fahrrads unversehrt. Eine Kodierung kostet acht Euro. Interessenten müssen einen Eigentumsnachweis, idealerweise die Quittung mitbringen.

Der Nabu bittet darum, wegen mangelnder Parkmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen: Besucher aus Richtung Innenstadt nehmen am besten das Fahrrad (etwa 20 Minuten) oder sie gehen zu Fuß (etwa 60 Minuten) bis zum Landesschutzdeich und dann elbabwärts. Notfalls ist die Anfahrt mit dem Auto bis zum Cafe Fährmannssand oder bis zum Klärwerk in Hetlingen möglich. Vom Klärwerk aus geht es dann elbaufwärts, von Fährmannssand aus elbabwärts am Deich längs.

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erstellt am 19.Apr.2017 | 11:15 Uhr

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