Brückenerneuerung : Dem Fährmannssand droht Nulllösung

Die Brücke über die Hetlinger Binnenelbe muss aus sicherheitstechnischen Gründen erneuert werden.
Die Brücke über die Hetlinger Binnenelbe muss aus sicherheitstechnischen Gründen erneuert werden.

Beschlussvorlage ohne provisorische Zuwegung. Verrohrung abgelehnt. 150.000 Euro Sparpotenzial.

shz.de von
29. März 2017, 16:30 Uhr

Wedel | Morgen gilt’s für die Gaststätte und Schäferei Fährmannssand: Der Bauausschuss soll die Mittel für die fällige Brückenerneuerung im Zuge des Langen Damms freigeben. Ein Beschluss, der laut Vorlage den Hof sowie die dahinter liegende Carl Zeiss Vogelstation über rund vier Monate vom motorisierten Ausflugsverkehr abschneidet. Nach Prüfung und Gesprächen mit den Betroffenen legt die Verwaltung die Minimalvariante vor. Das würde 150.000 Euro für eine Behelfslösung sparen. Ein Betrag, der Wedel aus der Kreditlückennot helfen könnte: Wie berichtet fehlen nach der Kreditkürzung durch das Innenministerium noch knapp 200.000 Euro auf die von Kiel gestrichenen 3,7 Millionen.

Die Verwaltung war bereits 2016 mit der Nullvariante in die Politik gegangen, sprich: Brückenabriss und Neubau ohne Investition in eine temporäre Zuwegung für den Landgasthof und das Naturzentrum. Erst in den Haushaltsberatungen waren 150.000 Euro zusätzlich für eine Provisorium zu den 530.000 Euro für den Brückenneubau eingestellt worden. Beides wurde mit Sperrvermerk versehen, nur einen will die Stadt jetzt aufheben lassen.

Als vermeintlich günstige Übergangslösung war eine Verrohrung mit Dammaufschüttung zur Überfahrt über die Hetlinger Binnenelbe ins Spiel gebracht worden. Dem erteilte die Untere Naturschutzbehörde jedoch eine Absage. Zudem ist der Bau laut Verwaltung mit rund 150.000 Euro zusätzlichen Investitionen ebenfalls kostenintensiv. Diese Summe kalkuliert das Bauamt auch für eine mögliche Verschwenkung neben den Altbau, um zunächst eine neue Brücke zu errichten und anschließend den maroden bestehenden Überbau und das Widerlager abzubrechen. Vorteil: So wäre die Erreichbarkeit gewährleistet.

Um Einschränkungen für den Ausflugsbetrieb zu minimieren, soll der Neubau zwischen Oktober 2017 und 2018 erfolgen. Nach wie vor geht Wedel von einer Bauzeit von vier Monaten aus. Während dieser Phase können Anlieger die Deichverteidigungsstraße nutzen. Im Notfall sei zudem eine Überfahrt für schwere Lkw über das neue Sperrwerk beim Yachthafen möglich.

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