Deckel für den Rissener Canyon?

Blick Richtung Wedel: Die S-Bahn-Trasse und die B  431 teilt den Stadtteil Rissen in einen Nord- und einen Südteil.
Blick Richtung Wedel: Die S-Bahn-Trasse und die B 431 teilt den Stadtteil Rissen in einen Nord- und einen Südteil.

Ideenworkshop: Studenten der Fachhochschule Lübeck wollen im Herbst ihre Ideen und Konzepte vorstellen

shz.de von
13. Juli 2018, 16:00 Uhr

Die Bundesstraße  431 teilt Rissen. Kurz nachdem sie im November 1984 als Kraftfahrtstraße umgebaut worden war, etablierte sich der Name Canyon. Seitdem entzünden sich immer wieder die Gemüter an der Schnellstraße. Die Homepage der Initiative Verkehrsberuhigung im Hamburger Westen ist mittlerweile einem Onlineshop gewichen, der wie ein Restwarenladen anmutet.

Es wirkt, als hätten die Anwohner, die in der Vergangenheit immer wieder lautstark für eine Verkehrsberuhigung gekämpft haben, aufgegeben. Seit mehr als einem Jahrzehnt existieren Pläne, die westlich an den Canyon anschließende Wedeler Landstraße durch eine Verlängerung der Schnellstraße bis zur Stadtgrenze von dem starken Pendler- und Wirtschaftsverkehr zu entlasten. Diese Trasse soll über die Brünschenwiesen, die hier das Grenzgrün bilden, in das Wedeler Industriegebiet geführt werden. Doch dort setzt sich die Bürgerinitiative Rettet die Brünschenwiesen für den Erhalt des Landschaftsschutzgebiets ein. Verkehrs- und Lärmbelastung auf der einen und Erhalt der Natur auf der anderen Seite. Nun könnten neue Ideen auf den Tisch kommen.

„In meiner kurzen Zeit in Rissen habe ich bereits festgestellt, dass der Canyon den Stadtteil in Nord und Süd trennt“, erläutert Diplom-Ingenieur Stefan Kreutz von der Hafen-City Universität Hamburg – Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung. Er leitet das vom Bund geförderten Projekt TransZ, in dessen Rahmen das Rissener Dorfzentrum neu geplant werden soll. „Es ist nicht verwunderlich, dass der Canyon ein Thema ist“, sagt Kreutz. „Seit dem A 7-Deckel weiß man in Hamburg, dass das Überdeckeln von Straßen nicht utopisch ist.“ Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht.

Daran arbeiten nun Studenten der Fachhochschule Lübeck. Professor Achim Laleik, verantwortlich für den Masterstudiengang Städtebau und Ortsplanung, hat sich des Themas angenommen. Voraussichtlich im September sollen die studentischen Arbeiten vorgestellt werden. Laleik ist in der Region um die Rolandstadt kein Unbekannter. Zusammen mit einer Gruppe Studenten hat er bereits für die nördliche Stadteinfahrt in Wedel aus Richtung Holm kommend eine neue Zufahrt geplant.

„Es ist ja vielleicht sinnvoll, einmal Ideen zu entwickeln, ohne direkt die Umsetzung zu planen und sich damit zu limitieren“, ist Kreutz überzeugt.

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www.transz.de

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