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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. Oktober 2017 | 12:51 Uhr

Das Ziel fest im Blick

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Bogenschießen in HolmDer Sport verlangt Kraft, Ausdauer und Konzentration

Ein Besuch bei den Bogenschützen in Holm lehrt einen vieles. Allem voran die Erkenntnis: Das Spiel mit Pfeil und Bogen ist wirklich ein Sport – der einen nicht nur mental, sondern auch körperlich gehörig fordert. Frauen hätten um die 15 Kilo Zugkraft auf dem Finger, wenn sie die Sehne spannen, erklärt Holms Pressewart Michael Offermann, Männer bis zu 30.

Das schafft man nicht allein mit Armkraft. „Der Bizeps wird kaum gefordert“, weiß Rolf Windel, Urgestein und langjähriger Leiter der Bogenabteilung des Holmer TSV. Wichtig sei die Muskulatur im Brustwirbelbereich. Mehr noch: Der ganze Rücken wird gestärkt, der komplette Haltungsapparat trainiert, denn um gut zielen zu können, muss man auch fest und aufrecht stehen, erklären die Profis.

„Bei Rückenproblemen ist der Sport sehr empfehlenswert“, rät Christian Paatsch, seit Anfang des Jahres neuer Vorsitzender. Er habe gelesen, dass es Bogenschießen sogar bald auf Rezept geben soll. Nicht wenige Holmer Vereinsmitglieder trieb ein Bandscheibenvorfall an das Sportgerät. „Dann haben sie Blut geleckt und sind geblieben“, schildert Paatsch. Rund 110 Mitglieder zählt die Abteilung. Ab zehn Jahren geht es los mit dem Schießen. Der älteste Sportler ist 77 Jahre alt. Etwa 30 Aktive sind unter 18. Ab dem Pubertätsalter bis gut 40 Jahre schwächelt die Mitgliederzahl. Ab 45 geht die Beteiligung wieder hoch. „Die Saison ist im Prinzip endlos bei uns“, erklärt Offermann. Denn auf die Hallen- folgt die Freiluftzeit. Die Bogenwiese befindet sich neben der Straße Am Meierhof. Bis zu 90 Meter stehen hier die Scheiben von der Schießlinie entfernt. In der Halle ist das Ziel 18 oder auch 30 Meter entfernt.

Die Holmer Bogenabteilung beschäftigt zwei Trainer, von denen je einer dienstags ab 17.30 Uhr und donnerstags ab 18 Uhr anwesend ist. Dienstag ist Schnuppertag für Anfänger, Donnerstag schießen die Fortgeschrittenen. Geübte und zertifizierte Schützen können die Wiese jederzeit benutzen. Ab Oktober geht es in die Halle in der Schulstraße.

Vergangene Hallensaison traten die Holmer Schützen zum ersten Mal in der Landesiga an – und stiegen sogleich in die Verbandsliga auf. „Unser Ziel ist es nun, die Klasse zu halten“, bekennt Offermann lachend. Auch für Zuschauer seien die Ligaspiele eine tolle Sache. Denn anders als sonst, ist dort Krach erwünscht.

Wenn in der geselligen Truppe der Holmer Bogenschützen nicht gerade geklönt wird, herrscht sonst nämlich stille Aufmerksamkeit. Neben Rücken-, Arm- und Ausdauerkraft – „Beim Pfeileholen kommen während eines Turniers am Tag schon ein paar Kilometer zusammen“, so Offermann – benötigt man beim Bogenschießen besonders Konzentrationsfähigkeit. Dauerndes An- und Abschalten erfordert ebenso mentale Kraft wie einen Fehlschuss wegzustecken oder einen guten Schuss nicht überzubewerten. „Eine gute Schulung der Selbstdisziplin“, erläutert der Pressewart.

Wer sich in dem Sport mit anderen messen will, hat hierzu in vielen Turnieren und Meisterschaften Gelegenheit. Die Holmer richten traditionell die so genannte Amerikarunde aus. Ein Großereignis, das Schützen aus ganz Deutschland anlockt. Und großen organisatorischen Einsatz der Holmer Vereinsmitglieder fordert. „Wir sind dann gut besetzt“, versichert Vorsitzender Paatsch. „Unser Vereinsleben ist rege“, fügt Offermann an. Und wirbt: „Bogenschießen ist gut für den Rücken und gut fürs Soziale.“

 


>  www.tsv-holm.de

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