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Für 17 Millionen Euro : Das wird der neue Katamaran für Helgoland

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Reederei FRS investiert 17 Millionen Euro. Der alte „Halunder Jet“ soll 2018 abgelöst werden.

Hamburg/Wedel/Helgoland | Die Flensburger Förde Reederei Seetouristik (FRS) fährt von 2018 an mit einem neuen Schnellboot von Hamburg über Wedel nach Helgoland. FRS und die australische Werft Austal haben einen Vertrag zum Bau eines Katamarans für den Helgolandverkehr der FRS unterzeichnet. Das teilte FRS mit. Der alte „Halunder Jet“ wird dann an der Pazifikküste zwischen den USA und Kanada seinen Dienst tun.

Die Förde Reederei Seetouristik (FRS) hat sich in 150 Jahren von der regionalen Passagierschiffs-Reederei zur internationalen Gruppe mit 62 Schiffen und mehr als 1500 Beschäftigten entwickelt.

Mit dem Neubau können bis zu 692 Passagiere befördert werden – etwa 20 Prozent mehr als bisher. Der neue Doppelrümpfer wird laut FRS im Frühjahr 2018 geliefert. Dann löst er den seit 2003 fahrenden „Halunder Jet“ auf der Strecke Hamburg-Wedel-Cuxhaven-Helgoland ab. Das neue Schiff ist 56 Meter lang und 14 Meter breit. Es hat einen Tiefgang von 2,5 Metern und erreicht bis zu 35 Knoten. Der Katamaran bietet 680 Sitzplätze und zwölf Plätze für Rollstuhlfahrer. Etwa 17 Millionen Euro investiert FRS in das Projekt, wie Reederei-Sprecherin Birte Dettmers sagte. Der Baubeginn an einem philippinischen Austal-Standort ist für das Frühjahr 2017 geplant. In der Entwicklung des Neubaus hätten Reederei und Werft ein besonderes Augenmerk auf die Seegängigkeit und den Komfort der Passagiere gelegt, teilte FRS mit. „Hier können wir auf umfangreiche Erfahrungen aus dem Betrieb mit dem ,Halunder Jet’ zurückgreifen“, sagte Geschäftsführer Jan Kruse.

Die Freideckflächen werden in Zukunft etwa sechsmal so groß sein wie bisher. Teile davon sind bestuhlt. Die Sitze im Inneren verfügen über einen USB-Anschluss, damit Passagiere ihre Mobilgeräte laden können. Panoramafenster sollen einen 360-Grad-Blick auf Elbe und Nordsee geben. Mit einem Lift ist das Schiff auf Gehbehinderter ausgelegt.

Die Austal-Werft ist laut FRS eine der weltweit renommiertesten Werften im Bau von Hochgeschwindigkeitskatamaranen aus Aluminium. Der Neubau wird von der Klassifikationsgesellschaft DNV GL SE überwacht, die nach der Fusion aus Det Norske Veritas und Germanischer Lloyd hervorgegangen ist.

Der „Halunder Jet“ verbindet Wedel und Helgoland.
Der „Halunder Jet“ verbindet Wedel und Helgoland. Foto: Thieme
 

Die Nachfrage nach Fahrten im Schnellfährenverkehr von Hamburg und Cuxhaven nach Helgoland wächst nach Angaben von FRS. Inselbürgermeister Jörg Singer (parteilos) sagte zu der Investitionsentscheidung: „Diese Nachricht ist das schönste Weihnachtsgeschenk für die Helgoländer.“ An der Fahrzeit und der Taktung von und nach Wedel wird sich jedoch nichts ändern, sagte Dettmers auf Anfrage.

Der alte „Halunder Jet“ wird weiter für die FRS-Gruppe im Einsatz bleiben. Die seit Januar 2016 zur Gruppe gehörende Reederei Clipper Navigation Inc. (CNI) mit Hauptsitz in Seattle (USA) bekommt mit dem Schiff Verstärkung für ihr touristisches Liniennetz in der Region North-West-Pacific. Es soll dann auf den Strecken von Seattle und vom benachbarten Vancouver (Kanada) nach Victoria (Kanada) eingesetzt werden. Damit treibt CNI laut FRS die Expansion in Nordamerika voran.

Austal ist eine australische Werft, die sich auf den Bau von Katamaranfähren sowie auf Schiffe in Aluminiumbauweise spezialisiert hat. Seit 1988 hat Austal mehr als 255 Schiffe für mehr als 100 Betreiber in 44 Ländern geliefert. Zum Unternehmen mit weltweit mehr als 5500 Mitarbeitern gehören Werften in Australien, den USA und auf den Philippinen. Die Förde Reederei Seetouristik (FRS) hat sich in 150 Jahren von der regionalen Passagierschiffs-Reederei zur internationalen Gruppe mit 62 Schiffen und mehr als 1500 Beschäftigten entwickelt. FRS befördert auf nationalen und internationalen Linien nach eigenen Angaben etwa 7,6 Millionen Passagiere und 2,1 Millionen Fahrzeuge pro Jahr. Zu FRS gehören 24 Unternehmen in Europa, Nordafrika, dem Nahen Osten und Nordamerika.
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erstellt am 20.Dez.2016 | 14:00 Uhr

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