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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. Dezember 2017 | 10:41 Uhr

Das Wasser geht, die Ungewissheit bleibt

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Wedeler Marsch Obstbauer Dennis Kleinwort bangt um Apfelernte

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 16:00 Uhr

„Der große Druck ist raus“, sagt Dennis Kleinwort verhalten. Für Erleichterung ist es noch zu früh. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass das Wochenende seinen Feldern nicht nachhaltig zugesetzt hat. Das Wochenende und der große Druck: Es war Sonnabendnachmittag, als der Wedeler Obstbauer Alarm geschlagen hatte. Massive Regenfälle hatten weite Teile seiner größten Apfelplantage unter Wasser gesetzt.

Eine Überflutung, die indes nicht allein durch die Naturgewalten verursacht wurde. Laut Kreisfeuerwehrverband war gegen 14 Uhr eine Hochleistungspumpe am Außendeich-Sperrwerk, das derzeit saniert wird, ausgefallen. Die Pumpe mit einer Förderleistung von 36  000 Litern pro Minute (L/min) ist nach Feuerwehrangaben maßgeblich dafür zuständig, das Hinterland zu entwässern. Ihr Ausfall bedeutete Überflutungsgefahr. Für mehrere Feuerwehren aus dem Kreis sowie das Technische Hilfswerk (THW) hieß das Dauereinsatz, bis die Großpumpe an der Baustelle wieder einwandfrei lief (unsere Zeitung berichtete). 6,40 Meter Pegelstand notierten die Einsatzkräfte zu Spitzenzeiten. 5,80 Meter braucht es, um mittels Sielklappenöffnung eine effektive Entwässerung des Hinterlandes zu ermöglichen. Erst am Montag konnten die Einsatzkräfte abziehen.

Ein Wendepunkt für die Hochwasserlage auf Kleinworts Feldern, nicht jedoch Entwarnung: Rund zehn Tage brauche es, bis das Wasser ganz weg ist, sagt er – günstige Wetterlage vorausgesetzt. Rund die Hälfte seiner mit sieben Hektar größten Apfelbaum-Fläche war betroffen. Insgesamt hat Kleinwort zehn Hektar, auf denen Apfelbäume stehen.

Eine Schadensbilanz kann Kleinwort noch nicht aufstellen. Für dieses Jahr ist die Ernte praktisch durch. Was aber 2018 wird, ist ungewiss. Stehen die Bäume über lange Zeit im Wasser, drohen die Wurzeln irreparablen Schaden zu nehmen. „Wir können erst im Frühjahr sehen, ob sie wieder austreiben“, sagt Kleinwort. Schlimmstenfalls, so fürchtet der Landwirt, müsse er mit einem Apfelernte-Ausfall von rund 40 Prozent rechnen. „Das reißt ein Loch, das wir merken werden“, so der Landwirt. Versicherungen gegen solche Art von Schäden gebe es nicht. Gegebenenfalls müsse man folglich versuchen, Regressansprüche gegenüber der Baufirma geltend zu machen, die im Auftrag des Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein das Sperrwerk saniert.

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