zur Navigation springen

Flüchtlinge in Wedel : Das TSV-Heim wird zur Unterkunft

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Vereinsrat beschließt die Vermietung der Räumlichkeiten. Damit ist die Insolvenz des Vereins vorerst vom Tisch.

Wedel | Das TSV-Heim als Flüchtlingsunterkunft: Stadt wie Sportvereinsvorstand stricken seit Wochen an dieser Option, die beide Seiten als Win-Win-Situation bezeichnen. Jetzt steht fest: Sie kommt. Mittwochabend hat der TSV-Vereinsrat ohne Gegenstimme einer Vermietung der ersten Etage des Sportler-Domizils in der Bekstraße 22 zugestimmt. Für die Stadt bringt dies kurzfristig 40 bis 50 dringend benötigte Unterbringungsplätze. Für den TSV bedeutet es: Die drohende Insolvenz des größten Wedeler Vereins ist bis auf weiteres vom Tisch.

Wie berichtet herrscht beim TSV seit Wochen Krisenstimmung. Grund sind existenzielle Finanzprobleme. Laufende und fällige Investitionskosten für das Vereinszentrum sprengen den Vereinshaushalt. Rund 85.000 Euro fehlen bis Ende des Jahres, rechnete der neue Finanzchef Sven Behrendt im Sommer vor. Und schlug Alarm: Ohne Lösung drohe im September die Insolvenz. Mit einer vorübergehenden Beitragserhöhung um rund 80 Prozent verschaffte sich der Verein im Juli Luft für die Suche einen Ausweg. Der ist jetzt gefunden. „Mit der Vermietung wären unserer Finanzprobleme erstmal gelöst“, sagte TSV-Vorsitzender Matthias Dugaro gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Voraussichtlich Ende März könne die Beitragserhöhung zurückgenommen werden. Dugaro schränkte allerdings ein: Die Haushaltsentlastung greife nur so lange, wie die Mieteinnahmen fließen. Zur dauerhaften Sanierung müsse aktiv an attraktiven Angeboten für eine breitere Mitgliedschaft gearbeitet werden. „Es ist ein Aufschub auf Zeit“, so der Vereinschef.

Wie lang die ist, wird in den kommenden Tagen verhandelt. Bürgermeister Niels Schmidt sprach auf Tageblatt-Anfrage von zunächst vermutlich drei Jahren, für die das Mietverhältnis gelten solle. Entsprechende Verträge sollen jetzt schnell ausgehandelt werden. Für zwei Wochen reiche der Unterbringungspuffer der Stadt noch. Sollten dann keine weiteren Kapazitäten gefunden werden, würden bereits die ersten Plätze im TSV-Bettenhaus belegt. Insgesamt bis zu 20 bis 25 Menschen könnten dort untergebracht werden. Eine notwendige zweite Fluchttreppe hat Schmidt bereits geordert, Umbauten wie Trennwände und Kücheninstallation würden vorbereitet. Umfangreicher sind die Arbeiten im anderen Flügel, in dem derzeit Geschäftsstelle und Gemeinschaftsräume sind. Auch dort wolle man zügig beginnen. Laut Schmidt sollen dort ebenfalls Kapazitäten für 20 bis 25 Personen geschaffen werden.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 02.Okt.2015 | 12:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert