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Modernisierung : Das Stadtmuseum Wedel wird instand gesetzt

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Wedel orientiert sich beim Umbau seines Stadtmuseums an der Hamburger Kunsthalle. Schätze aus dem Magazin werden zum ersten Mal ausgestellt.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Wedel | Die Ausstellungsräume in den Gemäuern des 1829 erbauten Hauses sind hell erleuchtet. Das Sonnenlicht flutet sie. „Vorher hatten wir immer nur Rollos vor den Fenstern, die die Ausstellungsstücke vor dem UV-Licht geschützt haben. So war es aber immer sehr dunkel hier“, berichtete Sabine Weiss, Leiterin des Stadtmuseums.

Mittlerweile können die Besucher aus dem Museum auf die Küsterstraße schauen – und Passanten in die Ausstellungsräume hinein. „Das ist Transparenz im wahrsten Sinne des Wortes“, sagte die Leiterin mit einem breiten Lächeln.

Spezielle Fensterfolien gegen das UV-Licht

Hinter der Freude der Museumsleiterin stehen die Modernisierungsarbeiten der Ausstellungsräume, die bereits begonnen haben. „Wir wollen das Museum der Zeit anpassen“, erläuterte Weiss. Erster Schritt waren die Erneuerungen und Arbeiten an den Fenstern des ehemaligen Schulhauses in Wedel. „Wir haben jetzt spezielle Folien auf den Fenstern, die die Ausstellungsstücke vor dem UV-Licht schützen“, sagte Weiss.

Dabei habe man sich am Vorbild der Hamburger Kunsthalle orientiert. „Dort habe ich von diesen speziellen Folien erfahren“, berichtete sie über den Ursprung des Projekts. Danach sei alles den behördlichen Weg gegangen. „Ich habe mich erkundigt und ein Angebot eingeholt bei der Firma, die das auch für die Hamburger Ausstellung realisiert hat“, erläuterte sie. Mittlerweile sei der Antrag im Haushalt durch und die Folien auf den Fenstern. Im Zuge der laufenden Arbeiten würden auch die Ausstellungsräume mit neuer Farbe versehen, berichtete Weiss.

Insgesamt bewegten sich die Kosten in einem Rahmen von knapp 7000 Euro, die für die Modernisierung bereit gestellt wurden, bilanzierte Burkhard Springer vom Fachdienst Bildung, Kultur und Sport der Stadt Wedel. Weitere Maßnahmen schweben der Museumsleiterin bereits vor: So gebe es die Idee, die Ausstellungsräume durch neue LED-Leuchten zu bestrahlen. „Wir wollen alle Instandhaltungsmaßnahmen bis Mai hinter uns gebracht haben“, versprach Weiss. In diesem Zusammenhang hoffe sie auch auf das Verständnis der Besucher. „Bei diesen ganzen Arbeiten im Hintergrund steht viel an. Deshalb haben wir auch aktuell im Erdgeschoss eher weniger Stücke ausgestellt. Wenn da der Maler durchgeht, wäre es zu aufwendig, immer alles auf und wieder ab zu bauen.“

Klamotten müssen gewaschen werden

Einer der größten Posten der aktuellen Arbeiten: Die Neuordnung des Museumsmagazins. „Unser ganzer Dachboden ist zugerammelt“, sagte Weiss. Man müsse immer wieder die Stücke kontrollieren. „Bei den Klamotten haben wir zum Glück keinen Mottenbefall. Aber die müssen natürlich mal gewaschen oder ausgelüftet werden“, erläuterte Weiss die Arbeiten im Hintergrund.

Auch auf die vielen Fotografien, die in den Kisten auf dem Dachboden liegen, müsse stets Acht gegeben werden. „Die Bilder scannen wir ein und gucken dann mit Experten, was wir machen können, um sie bestmöglich zu erhalten.“ Nichtsdestoweniger sei die Schau mit den „Schätzen des Magazins“ auch ein Highlight für das Museumsjahr 2017: „Wir wollen immer wieder neue Stücke in die Ausstellung bringen. Da sind Sachen bei, die wir vorher noch nie gezeigt haben“, stellte Weiss freudig in Aussicht.

Erste Erfolge bei der Suche im Magazin auf dem Dachboden des Hauses könne man bereits jetzt sehen. Im Erdgeschoss sind zwei Trachten der Wedeler Maurer-Zünfte ausgestellt. „Es ist faszinierend zu sehen, welche Bedeutung hinter dieser Kleidung steckt. Alles – von der Anordnung der Knöpfe bis hin zum Schlag der Hosen – hat seine Gründe oder steht sinnbildlich für etwas“, sagte die Historikerin begeistert.

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