Aus zum Jahresende : Das Regio Klinikum in Wedel schließt das Bewegungsbad

Besucher wollen die Entscheidung nicht hinnehmen und sammeln Unterschriften.

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20. Juni 2018, 12:20 Uhr

Wedel | „Im Wasser fühlt sich meine 92-jährige Mutter frei.“ So schildert die Wedelerin Birgit Heinsohn die Vorzüge der Aquagymnastik im Bewegungsbad. Die 65-Jährige treibt selbst einmal in der Woche gelenkschonenden Sport im Schwimmbecken. Doch damit ist Ende des Jahres Schluss. Die Regio Klinik Wedel schließt die Schwimmstätte im Untergeschoss des Krankenhauses zum 31. Dezember. Dies bestätigte Birga Berndsen, Pressesprecherin der Region Kliniken auf Nachfrage unserer Zeitung.

„Das Bewegungsbad wurde für den eigentlichen Krankenhausbetrieb seit vielen Jahren nicht mehr benötigt“, so Berndsen. Externen Gruppen wie der Familienbildung, der Rheuma-Liga oder der Volkshochschule habe man das Bad gern zur Verfügung gestellt. Zuletzt hätten sich jedoch technische Probleme gehäuft. Berndsen: „Das Bad entspricht grundsätzlich nicht mehr unserem Standard für Modernität“, sagt die Pressesprecherin. Die Regio Kliniken empfehlen als Ausweichmöglichkeit für die Besucher aus der Rolandstadt die Therapiebäder in Schenefeld und Pinneberg, wo das Unternehmen auch Kurse anbietet.

Andere Becken keine Alternative

Für Heinsohn sind die Becken in den Nachbarstädten keine Alternative: „Die Fahrerei ist viel zu weit.“ Auch die Wedeler Badebucht sei nicht geeignet: „Das Wasser dort ist nicht warm genug und das Becken entweder zu flach oder zu tief.“ Die Wedelerin ärgert sich, dass die Besucher nur über einen Zettel am Eingang des Bades über die Schließung informiert wurden. Viele der Patienten bezahlen die Kurse aus eigener Tasche und wären laut Heinsohn auch bereit, Gebührenerhöhungen mitzutragen. Derzeit sammelt Heinsohn Unterschriften zum Erhalt des Beckens, um die Klinikleitung doch noch umzustimmen.

Auch Ulrike Wohlfahrt, Leiterin der Familienbildung Wedel, ist bestürzt über das Aus für das Bewegungsbad. Der Verein bietet seit 1993 zahlreiche Kurse in dem Bad an – vom Babyschwimmen bis zur Wassergymnastik. Wohlfahrt: „Das ist ein harter Verlust für uns. Besonders traurig finden wir es für die Senioren und die Kinder, die in dem Bad Schwimmen gelernt haben.“ Im Bewegungsbad, dass lediglich Platz für acht Personen bot, hätten die Kinder die nötige Ruhe in kleinen Lerngruppen gefunden, um sich mit dem nassen Element anzufreunden. Die Familienbildung suche derzeit nach einer Alternative, dies sei jedoch schwierig.

Das Bewegungsbad im Regioklinikum gibt es bereits seit mehr als 20 Jahren. Zuletzt hatte die Klinik das Bad 2015 renoviert und damals 32.000 Euro investiert.

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