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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. Oktober 2017 | 00:45 Uhr

Das Malen als Rückzugsort und Quelle

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Schau mit 40 Werken der Künstlerin Gisela Lehner

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Ihr Schaffensspektrum reichte von Kinderbüchern und filigranen Grafiken über Keramiken bis hin zu eindrucksvollen Monotypien. 40 Werke von Gisela Lehner (1919 – 1998) sind bis zum 30. März in der Haselauer Galerie „Cavissamba“ zu sehen. Zur Vernissage begrüßte Galeristin Leni Rieke die jüngste Tochter der Künstlerin, Annette Brown, die die Ausstellung „Retrospektive eines Lebens“ zusammengestellt hatte. Für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgte Kjeel Sommer (16), der auf dem Klavier Popmusik intonierte.


Leidenschaft für Monotypie


Gisela Lehner wuchs in Pommern auf und kam zum Kriegsende 1945 mit ihrem Ehemann Hubertus Lehner und drei kleinen Kindern zuerst nach Hessen. Anfang der 1950er-Jahre verschlug es die Familie nach Heidgraben, wo sie eine neue Heimat fand. Bei zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsentierte Gisela Lehner ihr vielfältiges Schaffen. Bis zu ihrem Tod war sie Mitglied der Künstlergilde Pinneberg.

Das Ehepaar Lehner arbeitete trotz seiner gemeinsamen Liebe zur Kunst sehr unterschiedlich. Während Hubertus Lehner meist sehr großflächig und mit schnellem Pinselstrich agierte, wählte seine Frau überwiegend kleinere Bildformate. Vor allem die Monotypie hatte es ihr angetan. Dabei trug sie Farben auf eine Glasplatte auf, druckte diese anschließend in mehreren Schichten auf Papier und entwickelte das Bild mit fein eingezeichneten Strukturen weiter.


Die Künstlerin war sehr introvertiert


Brown erinnert sich an das gemeinsame Leben in der Künstlerfamilie. „Manchmal stahl meine Mutter dem Vater ein bisschen die Show, als Besucher der Galerie ausdrücklich nicht seine, sondern ihre Werke sehen wollten.“ Sie sei ein sehr introvertierter Mensch gewesen und hätte nie eine Rede zu einer ihrer Ausstellungen gehalten. Das Malen sei für sie stets eine Quelle der Kraft und ein Rückzugsort gewesen, die sie vor allem in ihren letzten Lebensjahren genutzt habe. Zu ihren Vorbildern zählte vor allem der Maler, Grafiker und Bildhauer Max Ernst (1891 – 1976).

Die Ausstellung in der Galerie an der Haseldorfer Chaussee 45 ist noch bis zum 30. März freitags bis sonntags jeweils von 14 bis 20 Uhr beziehungsweise nach Vereinbarung unter (01 73) 2 32 07 54 zu sehen.

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www.leni-rieke.de



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