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Wedel-Schulauer Tageblatt

12. Dezember 2017 | 08:13 Uhr

Offengelegt : Das kostet der Hafen in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Auf Anfrage hat die Stadt die Gesamtkalkulation für das Mega-Bauvorhaben Hafensanierung offengelegt.

shz.de von
erstellt am 06.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Wedel | Die Grünen haben es gefordert, die Politik und Wedels Bürger haben es bekommen: Auf Anfrage hat die Stadt die Gesamtkalkulation für das Mega-Bauvorhaben Hafensanierung offengelegt. Aktuell kalkuliertes Gesamtvolumen: stolze 30,6 Millionen Euro. Dies geht aus einer Aufstellung hervor, die Bauamtschef Klaus Lieberknecht im Planungsausschuss präsentierte. Man erinnere sich: Ursprünglich war die Rede von einem 20-Millionen-Euro-Projekt.

20,6 Millionen sind nun allein für den Hafenbecken-Umbau veranschlagt – die jüngste Kostensteigerung von 460.000 Euro bereits mit eingepreist. Zweitgrößter Brocken ist das, was die Verwaltung gerade vorbereitet: die Neugestaltung der Ostpromenade. Sechs Millionen Euro sind dafür veranschlagt inklusive verschließbare Durchbrüche in der Flutschutzmauer, um eine bessere Sichtbeziehung zum Hafen herzustellen.

Dabei hat Wedel schon kräftig Abstriche gemacht, was die anfängliche Planung des Gesamtpakets angeht. Ponton um Gastronomie und einen zweiten Zugang abgespeckt, Quermole statt Dockschleuse, Kasematten gestrichen und Verzicht auf eine Flutschutz-Verlegung: All dies sind markante Beispiele dieser Streichliste.

Und die Stadt hat weitere Maßnahmen aufgelistet, die entfallen sollen. Es sind die Umgestaltung des Bereichs zwischen Strandweg und Elbufer (dafür kalkuliert: 0,5 Millionen Euro), Erneuerungen am Graf-Luckner Weg (0,4 Millionen), die Deichverlegung beim Strandbad (1,2 Millionen) sowie Grunderwerb und Entschädigung für einen Abriss der SVWS-Halle (2,5 Millionen Euro).

Linke scheitern mit Antrag auf Kostendeckelung

Woher kommen nun die zu zahlenden 30,6 Millionen? Auch darauf gab es Antworten. 18 Millionen fließen aus Töpfen der Städtebauförderung und der EU Richtung Wedel. Drei Millionen Euro kommen durch Abgaben von Grundstückseigentümern für Wertsteigerungen infolge des Hafenumbaus sowie aus dem Verkauf des Hafenkopfplatzes zusammen. Elf Millionen zahlt Wedel. Macht insgesamt 32 Millionen Euro auf der Haben-Seite. Auf Nachfrage erklärte Lieberknecht: Sollte Geld davon übrig bleiben, geht es zurück in die Fördertöpfe und den Stadthaushalt. Zudem sei der Stadtanteil, der auf ein Treuhandkonto fließe, bereits in Wedels Haushaltsplanung veranschlagt und verändere sich auch durch die jüngsten Kostensteigerungen nicht. Ausschusschef Michael Schernikau (CDU) ergänzte: „Wir bekommen für dieses Geld weniger Maßnahmen. Das ist nicht schön, aber es wirkt sich nicht auf den Etat aus.“

Die Linke forderte dennoch einen Kostendeckel für den eigentlichen Hafenbeckenumbau von 22 Millionen Euro. Olaf Wuttke war im Boot: „Allein in 2014 sind Nachforderungen im siebenstelligen Bereich aufgelaufen“, warnte der Grünen-Fraktionschef. Applaus auch seitens der SPD: Es sei Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass der Haushalt nicht explodiere, so Rüdiger Fölske. „Wir haben hier eine kleine Elbphilharmonie.“ Sollte es zu Mehrkosten kommen, seien weitere Einsparungen vorzunehmen.

Anette Wente (WSI) sah dies anders: Die politische Verantwortung liege jetzt darin, das Projekt abzuschließen. Martin Schumacher (FDP) flankierte: Die Phase, wo die Stadt diesbezüglich Steurungsmöglichkeiten hatte, sei seit etwa zwei Jahren vorbei. „Wir müssen das jetzt zu Ende bringen“, sagte auch Schernikau. Abstimmungsergebnis: Grüne, SPD und Linke votierten für, CDU, WSI und FDP gegen den Kostendeckel – abgelehnt.

Die Ausgaben
  1. Planungskosten                        0,8 Mio
  2. Ponton                                      2,2 Mio
  3. Hafenumbau                             20,6 Mio
  4. Ostpromenade                          6,0 Mio
  5. Hafenmeisterhaus                     0,5 Mio
  6. Strandbad                                 0,5 Mio

Gesamtkosten                               30,6 Mio Euro

Die Einnahmen
  1. Fördermittel                                  18 Mio
  2. Stadtanteil                                    11 Mio
  3. Sonst. Einnahmen                       3 Mio

Gesamteinnahmen                           32 Mio Euro

 
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